Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, kündigt zum Jahresende ihren Job. Donald Trump akzeptierte die Kündigung Haleys, die zum extrem kriegstreiberischen Flügel der Trump-Administration gehört.

US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, tritt von ihrem Posten zurück. By United States Department of State, Wikimedia Commons, published under public domain.

Vor wenigen Minuten berichtete die US-amerikanische Website Axios, die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, habe zum Ende des Jahres ihren Job bei der UN gekündigt.

Präsident Trump habe am Dienstagmorgen (Ortszeit) in einem Gespräch mit Haley im Oval Office deren Kündigung akzeptiert, so das Nachrichtenmagazin weiter.

Trump nannte Haley bei dem Gespräch eine „sehr besondere“ Persönlichkeit, die „es drauf hat“, beide hätten „viele Probleme zusammen gelöst“.

Bevor sie in die Trump-Administration eintrat, übte Haley stets harsche Kritik an Trump – den „Sirenengesang der wütendsten Stimmen“ des Landes, die keinen Respekt für die Einwanderer Amerikas hätten, so Haley, die selbst indisch-amerikanische Sikh-Roots hat.

Nikki Haley gehört in der Trump-Administration zum extrem kriegstreiberischen Flügel und galt als Sprachrohr aggressiver US-Politik im UN-Sicherheitsrat und damit vor der Weltöffentlichkeit.

Im März 2017 zeigte sie nach Giftgasangriffen im syrischen Chan Schaichun Bilder verkrampfter Kinderleichen und warb nachdrücklich für Militärschläge gegen Syrien (JusticeNow! berichtete ausführlich).

Die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, präsentiert dem UN-Sicherheitsrat Bilder von toten Babys und hofft so, Sympathien für einen Krieg gegen Syrien zu erhalten. Screenshot from C-SPAN, YouTube.

Im Dezember 2017 präsentierte Haley der Welt eine Rakete, die vermeintlich vom Iran an die jemenitischen Houthi-Rebellen geliefert wurden, ohne jedoch Beweise dafür vorzulegen (JusticeNow! berichtete ausführlich) und warb – wie bei vielen weiteren Anlässen – für den Krieg gegen den Iran.

Auf einer Pressekonferenz in einer Militärbasis in Washington, DC präsentiert Nikki Haley, US-Botschafterin bei den UN, von Saudi-Arabien gelieferte „konkrete Beweise“ iranischer Waffenlieferungen an die Houthis, 14. Dezember 2017. By EJ Hersom, US DoD, published under public domain.

Nikki Haley trug außerdem den katastrophalen Konfrontationskurs der Trump-Regierung im Israel-Palästina-Konflikt mit, der unter Trumps Schwiegersohn Jared Kushner verfolgt wurde. Kushner selbst ist am illegalen israelischen Siedlungsbau in den besetzten Palästinensergebieten im Westjordanland involviert. Haley bezeichnete Kushner heute als „heimliches Genie, den niemand versteht“.

Im Mai stand Haley demonstrativ auf und verließ den UN-Sicherheitsrat, als ein palästinensischer Delegierter im Zuge der massenhaften Erschießungen von Palästinensern am Grenzzaun zu Gaza durch israelische Soldaten eine Rede halten wollte.

Nikki Haley mit Israel Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in dessen Büro in Jerusalem im Juni 2017. By U.S. Embassy Jerusalem, Flickr, licensed under CC BY 2.0.

Unter Haleys Aufsicht traten die USA sowohl aus der UNESCO, als auch aus dem UN-Menschenrechtsrat aus.

Nikki Haley reiht sich ein die lange Liste hochrangiger Mitarbeiter der Trump-Regierung, die gefeuert wurden oder aus anderen Gründen zurücktraten.

Spekulationen, die ehemalige Gouverneurin von South Carolina – die erste Frau in diesem Posten – würde 2020 für die US-Präsidentschaft kandidieren, erteilte Haley heute erneut eine Absage. Der britische Telegraph argumentiert hingegen zu Recht, 2020 „gegen einen amtierenden Präsidenten anzutreten, wäre politischer Selbstmord“, und spekuliert, die in US-Bevölkerung und Politestablishment überparteilich beliebte Haley schiele vielmehr auf eine Kandidatur 2024.


UPDATES:

Trump sagt, seine Tochter Ivanka wäre „unglaublich“ als Haleys Nachfolgerin, doch würde man ihm „Vetternwirtschaft“ vorwerfen. Ivanke wäre „eine Wucht“ (like dynamite) in dem Job der UN-Botschafterin, so Trump.  „Ich glaube nicht, dass irgendjemand auf der Welt kompetenter wäre. … Aber wissen Sie, dann würden sie mir Vetternwirtschaft vorwerfen“, so Trump weiter zu Reportern. Gegenwärtig arbeitet nicht nur Trumps Tochter Ivanka als hohe Beraterin des Präsidenten im Weißen Haus, auch ist Ivankas Ehemann Jared Kushner Trumps wichtigster Berater für den Nahen und Mittleren Osten. Der Vorwurf der „Vetternwirtschaft“ ist also seit Beginn der Trump-Administration zutreffend. (The Hill, Business Insider UK)

 

Goldman-Sachs-Bänkerin Dina Powell „Top-Kandidatin“ als mögliche Haley-Nachfolgerin, berichten „zwei Personen, die vertraut mit der Angelegenheit“ sind, berichtet Politico. Powell diente bereits in der Trump-Regierung als stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin, ging dann jedoch im Dezember aus familiären Gründen zurück zur umstrittenen Investmentbank Goldman Sachs. Powell „steht zur Diskussion, doch wir haben viele Namen.“, so Trump zur Personalie. Die beiden nicht namentlich genannten Quellen geben jedoch an, Powell sei die „Top-Kandidatin“ und das Weiße Haus stehe bereits im Kontakt mit ihr. (PoliticoCNBC)

Nikki Haley (2.v.l.) postete am Samstag ein Foto von einem Ausflug mit Dina Powell (r.) auf ihrem offiziellen Twitter-Account:


Diese Story unterliegt dem aktuellen Newszyklus und wird weiter geupdatet.


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Article picture by United States Mission Geneva, Flickr, licensed under CC BY-ND 4.0.

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