Die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei sind in ihrer schwersten Krise seit Jahrzehnten. Ein türkischer Geistlicher im amerikanischen Exil, ein amerikanischer Geistlicher unter türkischem Hausarrest – in Ankaras Augen beides Terroristen. Ein gescheiterter Putschversuch, die Erdoğan-Regierung fordert Loyalität vom Westen; und bekommt sie nicht. Washington unterstützt jene Kurden, gegen die Ankara Krieg führt. Sanktionierung von Ministern, Strafzölle, Drohgebärden, Sanktionen und Gegensanktionen, die türkische Lira bricht ein, Twitter-Attacken, eine medienwirksame Schlammschlacht und nationalistisches Getöse – die Türkei-Krise als Paradebeispiel einer wild rotierenden Eskalationsspirale.

Gern wird die gegenwärtige Krise auf einen Faustkampf seiner zwei Populisten an der Spitze reduziert, während der geopolitische Kontext einer aufstrebenden Türkei vernachlässigt wird. Denn angesichts eines Wirtschaftswachstums in Rekordhöhe in den letzten anderthalb Jahrzehnten strebt Ankara weiter danach, diesen Wirtschaftsboom derart in politische und militärische Macht zu übersetzen, dass im Nahen und Mittleren Osten keine Politik mehr an der Türkei vorbei implementiert werden kann.

Von JusticeNow!-Autor Jakob Reimann, weiterlesen auf den NachDenkSeiten.


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