Saudi-Arabiens König Salman bekundet seine „tiefe Besorgnis“ über den geplanten Verkauf des russischen S-400 Flugabwehrsystems an Katar und droht seinem kleinen Nachbarn offen mit militärischer Gewalt.

Saudi-Arabien warnte Katar, ein russisches Raketensystem zu kaufen und drohte mit einem Militärschlag gegen seinen Nachbarn, berichtete die französische Tageszeitung Le Monde.

Die Zeitung berichtete von einem Schreiben Riads an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, in dem das Königshaus Macron bat, Katars Rüstungsdeal, das S-400 Flugabwehrsystem von Russland zu erwerben, zu Fall zu bringen – aus Gründen der Stabilität in der Region.

Es gab keine unmittelbare Reaktion auf den Bericht vonseiten Macrons oder dem französischen Außenministerium.

Saudi-Arabien – unterstützt von anderen Regionalmächten wie Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten – brach im Juni letzten Jahres die Beziehungen zu Katar ab und beschuldigte den Golfstaat, radikale islamistische Gruppen zu unterstützen und zu enge Verbindungen zum Iran zu pflegen – Riads Erzrivalen in der Region.

Das von Saudi-Arabien geführte Staatenbündnis verhängte daraufhin Wirtschaftssanktionen gegen Katar, das sämtliche Vorwürfe kategorisch von sich wies.

Um seiner Isolation entgegenzutreten, suchte sich Katar neue Freunde – darunter auch Russland.

Im Januar gab das Land bekannt, dass die Gespräche mit Moskau über die Lieferung des hochentwickelten S-400-Systems „weit fortgeschritten“ seien.

Le Monde berichtet, der Saudi-Arabiens König Salman habe in dem Brief an den französischen Präsidenten seine „tiefe Besorgnis“ über die Diskussionen zwischen Doha und Moskau zum Ausdruck gebracht und vor einer Eskalationsspirale gewarnt.

Saudi-Arabien „würde bereit sein, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um dieses Verteidigungssystem zu eliminieren, einschließlich militärischer Aktionen“, schrieb die Zeitung.

Ein Jahr nach dem Beginn der Blockade von Katar bestehen die Feindseligkeiten zwischen beiden Seiten weiter. Im Mai hat Qatar angeordnet, Waren aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten aus den Läden zu entfernen.

Bahrains Außenminister Scheich Khalid bin Ahmed al-Khalifa sagte jüngst in einem Interview mit der saudi-arabischen Zeitung Asharq al-Awsat, es gebe keinen „Hoffnungsschimmer“ für ein Ende der Krise.


Über die militärische Signifikanz des S-400 schreibt Nahost-Analyst Bill Law:

Militärexperten bezeichnen das in Russland gebaute S-400 SAM-System (surface-to-air missiles, Boden-Luft-Raketen) als unvergleichlich. Es wird als „das leistungsfähigste und tödlichste Langstrecken-Luftverteidigungs-Raketensystem auf dem Planeten“ bezeichnet.

Das portable Waffensystem – Spitzname: Growler – kann praktisch jedes Luftziel erfassen, von ballistischen Raketen über Stealth-Bomber bis zu unbemannten Luftfahrzeugen (Drohnen) mit einer Reichweite von bis zu 400 Kilometern. Es ist einfach das Beste. Das hoch gepriesene amerikanische Patriot-System kommt nicht annähernd an das S-400 heran.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Russen aller Hand Käufer finden.


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Dieser Artikel erschien zuerst auf Middle East Eye und wurde von Jakob Reimann für JusticeNow! übersetzt.

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Title image by Vitaly V. Kuzmin, Wikimedia Commons, licensed under CC BY-SA 4.0.