Im Jemen herrscht seit über drei Jahren ein Krieg, in dem eine von Saudi-Arabien geführte Koalition gegen die nordjemenitischen Houthi-Rebellen kämpft. Die UN spricht kriegsbedingt von der „schlimmsten humanitären Katastrophe der Welt“. Seit den Morgenstunden des 13. Juni 2018 führt die Koalition* eine Großoffensive auf die wichtigste Hafenstadt des Landes, Hodeida, über die rund 80 Prozent aller Importe in den Jemen abgewickelt werden. Die UN warnt vor 250.000 Toten und 340.000 Vertriebenen.

Alle Hintergründe und Zusammenhänge des Jemen-Kriegs gibt es im sechsteiligen Jemen-Special auf JusticeNow!.

Alle aktuellen Hintergründe zur Schlacht um Hodeida im Artikel von JusticeNow!-Autor Jakob Reimann auf den NachDenkSeiten:   

Neue Informationen laufen im LIVE-TICKER chronologisch durchnummeriert von unten nach oben:


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13. Juli

1. Saudi-Emirate-Koalition tötet drei Zivilisten in Hodeida, berichten jemenitische Medien. Der Angriff richtete sich gegen eine Farm im Zabid-Distrikt. Zwei weitere Personen wurden verletzt. (Saba News Agency)



11. Juli

1. Luftschläge der Saudi-Emirate-Koalition auf eine Farm tötet zehn Zivilisten, berichten jemenitische und iranische Medien sowie Freelance-Journalisten am Boden. Die tödlichen Luftschläge ereigneten sich am Sonntag im Khader-Distrikt in der Ta’iz-Provinz südlich von Hodeida. Alle Toten sind Zivilisten. (Yemen Press, Iran Press; Ahmad Algohbary, Twitter; Hussain Albukhaiti, Twitter; Yemen Not A Target, YouTube)



10. Juli

1. Houthis töten acht Zivilisten in Hodeida, berichten asiatische Medien unter Berufung auf ein Online-Statement des jemenitischen Verteidigungsministeriums. Die Kämpfe ereigneten sich im von der Saudi-Emirate-Koalition gehaltenen Tuhayat-Distrikt im südlichen Teil der Hodeida-Provinz. Anwohner berichteten den chinesischen Xinhua News per Telefon, die Houthi-Rebellen würden wahllos Artilleriefeuer auf bewohnte Gebiete richten, um die Einwohner zur Flucht zu bewegen. (Xinhua News, Bernama)

Kontext: Während es in den letzten zwei Wochen in der Schlacht um Hodeida zu keinen nennenswerten Frontverschiebungen kam, ist das ländliche At Tuhayat seit Tagen hart umkämpft und steht mittlerweile weitestgehend unter Kontrolle der Saudi-Emirate-Koalition. Es wurde wiederholt über Beschuss ziviler Einrichtungen durch die Houthis berichtet.


(Online kursieren unzählige Schreibweisen für At Tuhayat. Al-Tuhaita in den zwei vorangestellten Tweets ist eine.)



9. Juli

1. Yemen Friends verteilt Hunderte Essenspakete an Hodeida-Flüchtlinge in Sana’a. Die Wie schon des Öfteren in der Vergangenheit verteilte die auch aus Deutschland koordinierte Nothilfe-NGO am Sonntag und Montag Hunderte Essenspakete an Menschen, die sich aus dem umkämpften Hodeida in die von Houthis gehaltene Hauptstadt Sana’a flüchten konnten. Hier kann sich über die Yemen Friends informiert und an sie gespendet werden. (Yemen Friends, Facebook)

By (Yemen Friends, Facebook), all rights reserved.



5. Juli

1. Mehr als 121.000 Menschen im Jemen seit Beginn der Schlacht um Hodeida geflohen, so die Zahlen eines heute veröffentlichten Berichts des UN-Nothilfewerks. Dies ist die Gesamtzahl aller Vertriebenen aus Hodeida, Sana’a, Ibb und Aden. Der größte Teil jedoch aus der Hodeida-Region. Die Erhebung begann am 1. Juni, wenige Tage vor Beginn der aktuellen Großoffensive. Rund 80.000 Menschen wurden von Nothelfern mit Nahrung und Erste-Hilfe-Kits versorgt. Der Bericht erklärt außerdem, durch die Kampfhandlungen würde nur jedes zweite Kind in Hodeida zur Schule geht und sieben Gesundheitseinrichtungen geschlossen oder zeitweise außer Betrieb sind. (The United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) in Yemen)


HINWEIS: Sämtliche internationalen Medien, die heute den UN-Bericht reportierten, nannten Falschmeldungen, indem sie behaupteten, die 121.000 Vertriebenen stammten alle aus Hodeida. Der Bericht sagt jedoch eindeutig, dies ist die Gesamtzahl der Vertriebenen aus den Gouvernmenten Hodeida, Sana’a, Ibb und Aden (Original: „As of 2 July, more than 17,350 households (over 121,000 people) have been registered in Al Hudaydah, Aden, Sana’a and Ibb governorates.“) Darunter: Al Jazeera, Fars News Agency, Hürriyet Daily News, Anadolu Agency.



4. Juli

2. „Erfolgreiche Diskussionen“ mit Houthi-Führer, UN-Sondergesandter. Nach einem dreitägigen Aufenthalt in Sana’a verließ Martin Griffiths, der UN-Sondergesandte für den Jemen, nach „positiven und konstruktiven“ Gesprächen mit Houthi-Vertretern die Hauptstadt und wird morgen den UN-Sicherheitsrat über den Stand der Friedensverhandlungen briefen. Die Houthis „haben nicht nur ihren starken Wunsch nach Frieden unterstrichen, sondern sich gemeinsam mit mir auch mit konkreten Ideen für den Frieden auseinandergesetzt“, erklärt Griffiths und bedankte sich insbesondere bei Houthi-Führer Abdel Malek al-Houthi für die „erfolgreichen Diskussionen“ (‚fruitful discussion‘). In Kürze wird Griffiths auch erneut mit Jemens Exil-Präsident Hadi zusammenkommen. (UN-Generalsekretär (Wortlaut von Griffiths‘ Statement), The New Arab, The Express TribuneArab News, PressTV)

Martin Griffiths (Mitte) UN-Sondergesandter für den Jemen, gibt vor seinem Abflug am 4. Juli 2018 im internationalen Flughafen der jemenitischen Hauptstadt Sana’a eine Pressekonferenz. (Photo by AFP, all rights reserved, Screenshot from PressTV).

1. Houthi-Rakete verletzt Kind in Saudi-Arabien, berichten arabische und israelische Medien unter Berufung auf saudisch Offizielle. Die Rakete vom Typ Katyusha wurde auf die Jizan-Region im Süden des Landes abgefeuert. Das fünfjährige Kind wurde zur Behandlung ins örtliche Krankenhaus gebracht. (Times of Israel, The National, Arabian Business; Arab News, Twitter)

Kontext: In den letzten Monaten verstärkten die Houthis ihren Raketenbeschuss auf die südlichen Regionen Saudi-Arabiens. In aller Regel werden die Raketen vom aus den USA gelieferten Patriot Surface-to-Air-Missile-System abgefangen, so dass verletzte Personen oder Sachschäden glücklicherweise die absolute Ausnahme darstellen.



3. Juli

4. Sieben Zivilisten durch Houthi-Landmine getötet. Laut arabischen Medien wurde eine siebenköpfige Familie, die vom Zabid-Distrikt in Hodeida in Richtung der von Koalitionstruppen gehaltenen Stadt Kokha fliehen und wurde dabei von einer Landmine getötet. (Asharq Al-Awsat; Sky News Arabia, Twitter; Baraa Shiban, Twitter)

Kontext: Um das Vordringen der Saudi-Emirate-Koalition zu verlangsamen, legten die Houthis rund um Hodeida Landminen aus, die nun eine Gefahr für Leib und Leben von Zivilisten darstellen.

3. „Beide Parteien haben mir ihre Bereitschaft bestätigt, an den Verhandlungstisch zurückzukommen“, UN-Sondergesandter, Griffiths. „Ich denke, Verhandlungen sind längst überfällig. Seit den letzten Gesprächen im Jemen sind etwa zwei Jahre vergangen“, ergänzt Martin Griffiths, UN-Sondergesandter für den Jemen, in einem Exklusiv-Interview mit UN News. Griffiths traf sich in den letzten Tagen mit dem international anerkannten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi sowie mit dem Houthi-Chefunterhändler Mohammed Abdul-Salam. Er erwartet die Wiederaufnahme der Friedensgespräche „allerspätestens in den nächsten Wochen“. Griffiths ist überzeugt, die Vermittlerarbeit der UN ist der Hauptfaktor, der einen Großangriff auf das Stadtzentrum und insbesondere die Hafenanlagen bislang abgewendet hat.  (UN News, Reuters, RT)

Hier ist das 10-minütige Interview der UN News mit Martin Griffiths in voller Länge:

2. „Dutzende“ Houthi-Rebellen in Hodeida getötet und verletzt, Anführer darunter. Am Montag attackierten Lutschläge der Saudi-Emirate-Koalition ein Hauptquartier der Houthi-Rebellen im Zabid-Distrikt in Hodeida, wie arabische Medien unter Berufung auf das jemenitische Verteidigungsministerium berichten. (Arab News, Asharq Al-Awsat)

Dieses Video eines pro-Houti-Twitter-Accounts sollen die Luftschläge auf Zabid zeigen:

1. Saudi-Emirate-Koalition bombardiert Hochzeit, elf Toteelf weitere Menschen wurden verletzt, dies berichten jemenitische, syrische und iranische Medien unter Berufung auf jemenitische Beamte. Der Luftschlag auf die Hochzeit ereignete sich im al-Dhaher-Distrikt in der Sa’da-Provinz, der Hochburg der Houthi-Rebellen. Zunächst wurden acht Tote und sechse Verletzte reportiert [a], beide Zahlen wurden auf je elf geupdatet [b]. Die Zahl der Toten wird wohl weiter ansteigen, da einige der Verletzten im lebensbedrohlichem Zustand sind. (Saba News Agency [a], Al-Masdar News, Tasnim News Agency, PressTVSaba News Agency [b])


Kontext: In den mehr als drei Jahren des Krieges hat die Saudi-Emirate-Koalition immer wieder Zusammenkünfte von Zivilisten angegriffen, darunter mehrfach Hochzeiten, Schulen, Moscheen, Familienfeiern, Flüchtlingsunterkünfte und -boote oder Beerdigungen. Bei dem opferreichsten Angriff dieser Art wurden im Oktober 2016 auf einer Beerdigung in Sana’a 155 Menschen getötet und 525 weitere verletzt. Siehe #6 des des Jemen-Specials: Die Blutspur der USA.



28. Juni

1. Sieben Zivilisten in Hodeida durch Luftschläge getötet. Vier weiter wurden verletzte, wie jemenitische Medien berichten. Die Luftschläge der Saudi-Emirate-Koalition ereigneten sich am Mittwoch. Innerhalb der letzten 24 Stunden kam es im Jemen zu insgesamt 47 Luftschlägen der Koalition. (Saba News Agency, Saba News Agency)



27. Juni

5. Foto des ausgebrannten Flüchtlingsbus. Gestern bombardierte die Saudi-Emirate-Koalition einen Konvoi aus Bussen, die Flüchtlinge aus der Hodeida-Provinz nach Süden in die Sadt Ta’iz transportierten (siehe Ticker-Eintrag von gestern). Mindestens acht Menschen starben, elf weitere wurden verletzt. Heute tauchte ein Bild des in Flammen stehenden Busses auf. (Baraa Shiban, Twitter)

4. Houthis bereit, Kontrolle über Hodeida Port auf UN zu übertragen. Der UN-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, überbrachte dem international anerkannten jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi die Nachricht der Houthis, die Rebellen würden die Kontrolle des Hodeida Port auf die Vereinten Nationen übertragen, um so umfassende Friedensgespräche einzuleiten. (Al Arabiya, Saudi Press Agency; Asharq Al-Awsat, Twitter)

Kontext: Die Kontrolle des Hafens, ist der zentrale Konfliktpunkt, um den es in der Schlacht um Hodeida geht. 70-80 Prozente aller Importe und Hilfslieferungen in den Jemen kommen durch diesen Hafen. Bereits vor Beginn der Offensive stimmten die Houthis der Übergabe der Kontrolle auf die UN zu. Die Saudi-Emirate-Koalition begann dennoch die Kampfhandlungen. Sollte es zu einer Einigung kommen, so könnte die totale Katastrophe, die mit einer Schlacht um den Hafen – und allen folgenden Sekundäreffekten – einhergen würde, aller Voraussicht nach abgewendet werden.

3. Waffenverkäufe an Saudi-Emirate-Koalition. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sind die zwei treibenden Kräfte der gegen den Jemen kriegführenden Koalition. In den drei Kriegsjahren 2015-2017 wurden in diese zwei Länder Waffen im Wert von über 13 Milliarden US-Dollar geliefert (tatsächliche Lieferungen, nicht die getätigten Zusagen). Der prozentuale Anteil der Herkunftsländer dieser Waffenimporte setzt sich wie folgt zusammen:

Waffenexporte nach Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate 2015-2017, dem Zeitraum des Jemen-Kriegs, nach Anteil der Herkunftsländer. Quelle der Daten: SIPRI. By Jakob Reimann, JusticeNow!, licensed under CC BY-ND 4.0.

  1. USA (65.6%)
  2. Großbritannien (14.7%)
  3. Frankreich (6.1%)
  4. Türkei (2.5%)
  5. Italien (2.3%)
  6. Spanien (1.8%)
  7. Niederlande (1.4%)
  8. Schweiz (1.3%)
  9. Deutschland (1.1%)
  10. Kanada (1.1%)

Quelle der Daten: SIPRI Database

 

2. 64 Tote in letzten 48 Stunden. Seit Montag sind im Jemen mindestens 64 Menschen in Kampfhandlungen getötet worden. Darunter 17 Zivilisten, 44 Houthi-Rebellen und drei Kämpfer der Saudi-Emirate-Koalition, wie zusammengetragene Berichte unter Berufung auf Militärquellen sowie Einwohner und medizinisches Personal vor Ort ergeben. (Middle East OnlineArab Times, The Express TribuneJusticeNow!-Ticker-Eintrag)

1. Wiederaufnahme der Friedensgespräche für Hodeida.  Martin Griffiths, der UN-Sondergesandte für den Jemen, trifft heute in Aden ein, um mit dem international anerkannten Präsidenten des Jemen, Abed Rabbo Mansur Hadi, die vergangene Woche gescheiterten Friedensgespräche (siehe Ticker-Eintrag vom 19. Juni) zur Beendigung der Hodeida-Offensive wiederaufzunehmen, wir Griffiths‘ Büro in einem Tweet ankündigte. Bereits am Sonntag traf sich der Houthi-Außenminister Hisham Sharaf zu ersten Gesprächen mit einer Kollegin von Griffiths zu Gesprächen in Sana’a. (New York Times, Asharq Al-Awsat; OSE Yemen, Twitter)



26. Juni

4. Saudi-Emirate-Koalition tötet mindestens acht Zivilisten durch Raketenangriff auf Flüchtlingsbus, berichten verschiedene Medien unter Berufung auf Militärquellen sowie Einwohner und medizinisches Personal vor Ort. Je nach Quelle wurden acht bzw. neun Zivilisten durch einen Raketenangriff auf einen Konvoi aus Bussen getötet, die flüchtende Menschen aus dem Kriegsgebiet in Hodeida in Richtung der von Houthi-Rebellen gehaltenen Stadt Ta’iz ausfuhren. „Drei der Toten wurden bis zur Unkenntlichkeit zerfetzt.“ Elf weitere Businsassen wurden schwer verletzt. (ReutersYemen Press AgencyMiddle East Eye, Fars News Agency, Saba News AgencyPressTV, The Express Tribune)

3. „Weltweit größe Menschenrechts-NGOs verurteilen Frankreich für Komplizenschaft im Jemen-Krieg“, erklärten 16 NOGs in einer gemeinsamen Erklärung, darunter Amnesty International, Action Contre La Faim, Human Rights Watch, Norwegian Refugee Council, Medecins du Monde, Save the Children und CARE International. Die NGOs forderten die Macron-Regierung auf, Waffenverkäufe an Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate einzustellen, sowie ihr ganzes politisches Gewicht auf beide Länder zu nutzen, um das Ende der Hodeida-Offensive herbeizuführen: „Frankreich muss alle zur Verfügung stehenden Hebel nutzen, um die Offensive gegen die Stadt sofort zu stoppen und die Bemühungen der Vereinten Nationen unterstützen, die Kontrolle über den Hafen zu erlangen und den Friedensprozess voranzubringen“, sagte Fanny Petitbon von CARE France. „Nur so kann eine humanitäre Katastrophe vermieden.“ (The Region)

2. Neunköpfige Familie in „Massaker“ der Saudi-Emirate-Koalition getötet, 20 Verletzte. Die Luftschläge ereigneten sich am Montagabend in der al-Barid-Nachbarschaft in Amran, nordöstlich von Hodeida, wie verschiedene Medien unter Berufung auf jemenitische Militärquellen, einen Ersthelfer sowie einen Fotografen der chinesischen Xinhua News berichten. Bei den neun Getöteten handelt es sich hauptsächlich um Frauen und Kinder einer einzigen Familie, die durch Raketenbeschuss auf ihr Wohnhaus ums Leben kamen. 20 weitere Personen wurden durch Zerstörungen der umliegenden Häuser verletzt. Mehrere weitere Luftschläge in der Nähe nahmen eine Polizeistation, eine Poststelle, ein Militärlager und ein Telekommunikationscenter unter Beschuss. Das Houthi-Gesundheitsministerium verurteilte die Angriffe auf Schärfste. (APFars News Agency, Middle East EyeXinhua News, CGTN, Ahlul Bayt News Agency, Saba News AgencyThe Hindustan Times)

Ein Mann zieht den leblosen Körper eines Kleinkindes aus den Trümmern des von Luftschlägen der Saudi-Emirate-Koalition zerstörten Hausen. By Ahlul Bayt News Agency, all rights reserved.

 

Die Houthi-nahe Ahlul Bayt News Agency veröffentlichte teils sehr verstörende Videos, die die Zerstörung nach den Luftschlägen zeigen sollen. Die Videos werden hier nicht gezeigt, aus Dokumentatiosngründen jedoch verlinkt: Video 1, Video 2Video 3.

1. EU drängt auf Waffenstillstand in Hodeida. „Die EU ist zutiefst besorgt über die Auswirkungen der anhaltenden Gefechte“, heißt es in einem Statement der EU-Außenminister, das verfasst wurde, nachdem der UN-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, sie über die Situation in Hodeida gebrieft hatte. (Siehe angehängten Tweet von Griffiths‘ Büro) „Die EU wird ihr Engagement mit allen Konfliktparteien fortsetzen und ist bereit, ihre Maßnahmen im Jemen auszuweiten, einschließlich der Bereitstellung von humanitärer Hilfe im ganzen Land und der Aktivierung von Entwicklungshilfe zur Finanzierung von Projekten in Schlüsselsktoren“, so das Statement weiter. (Council of the European UnionPressTV, Saba News Agency)



25. Juni

3. Houthis bereiten sich auf schwere Straßenkämpfe in Hodeida vor. Angesichts der Eroberung des Flughafens und des langsamen aber stetigen Vorrückens der Truppen der Saudi-Emirate-Koalition antizipieren die Houthi-Rebellen schwere Straßenschlachten im Stadtinneren und der Gebiete um den Hafen: Straßengräben werden ausgehoben, Straßensperren errichtet und zentrale Zufahrtstraßen sowie Randgebiete von Hodeida vermint, um der Koalition das Vorrücken schwerstmöglich zu gestalten. Sniper werden auf hohen Gebäuden platzert. Verstärkungen aus allen Teilen des Landes strömen nach Hodeida. „In dieser Situation deutet alles auf eine Sache hin Hodeidah wird höchstwahrscheinlich Schauplatz von Straßenschlachten sein, ein Szenario, das von den Einwohnern der Stadt und den internationalen Hilfsgruppen gefürchtet wird.“ (Middle East Eye)

2. Treffen zwischen europäischen und iranischen Diplomaten bezüglich Jemen-Krise. Hochrangige Vertreter des iranischen Außenministeriums trafen sich heute mit den Botschaftern Frankreichs, Italiens, Deutschlands und Großbritanniens in Teheran, um mögliche Optionen zur Beilegung der Hodeida-Offensive zu diskutieren. Die iranische Führung hoffe, die Europäer könnten ihre engen Beziehungen zu Saudi-Arabien und den weiteren Koalitionspartnern nutzen, um der Koalition zu übermitteln, dass das Fortführen ihrer „Operation nicht nur zu einer Verlängerung des Krieges führen wird, sondern dem verarmten Land weiteren Schaden zufügen und weiter Jemeniten töten wird“, srro Jaberi Ansari, der Leiter der iranischen Delegation. Ansari kritisierte die Waffenverkäufe „gewisser westlicher Staaten“ an die Saudi-Emirate-Koalition. Alle Anwesenden bekräftigten, es könne nur eine politische Lösung der Jemen-Krise geben. (Iran Front Page, AhlulBayt News Agency, IRNA)

1. Acht Hisbollah-Kämpfer in Jemen getötet, laut Koalitionstruppen. „Die Koalition tötete 41 terroristische Elemente in Maran und zerstörte ihre Fahrzeuge und Ausrüstung. Unter den Toten waren acht Mitglieder der libanesischen Hisbollah, darunter ein Kommandant“, sagte der Sprecher der Koalitionstruppen, Colonel Turki al-Maliki, ohne jedoch weitere Details zu nennen. Maran-Distrikt ist in der Sa’da-Provinz, der Hochburg der Houthi-Rebellen. (The NationalNaharnet; AFP, Twitter)

Kontext: Es gibt zwar bestätigte Berichte, dass die vom Iran unterstützte Hisbollah im Libanon seit 2011 gelegentlich Ausbildungsmissionen der Houthis im Jemen unterstützt. Direkte Kampfhandlungen der Hisbollah an Seite der Houthis im Jemen sind hingegen nicht bestätigt. Der heutige Angriff der Koalition in Maran sollte daher unbedingt von unabhängiger Stelle untersucht werden. Siehe dazu auch #3 des Jemen-Specials: Die Houthi-Iran-Connection.



24. Juni

Houthi Außenminister Hisham Sharaf zu Friedensgesprächen in Sana’a. All rights reserved Saba News Agency.

3. Houthi-Außenminister zu Friedensgesprächen in Sana’a. Nachdem Martin Griffths, der UN-Sondergesandte für den Jemen, letzte Woche dabei gescheitert ist, beide Konfliktparteien an einen Tisch zu bringen (siehe Ticker-Eintrag), traf sich heute der Houthi-Außenminister Hisham Sharaf mit der Chefin von Griffiths‘ Stab in Sana’a, um die Friedensgespräche wiederaufzunehmen. (Saba News Agency)

2. Schwere Kämpfe nahe Hodeida University. In der Nacht zum Sonntag ereigneten sich schwere Kämpfe auf der Küstenstraße in der Nähe der Hodeida University rund 3 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, wie arabische Medien berichten. Die Küstenstraße verbindet den jüngst von der Koalition eroberten Flughafen mit dem strategisch wichtigen Hodeida Port. (Arab News)

Schwere Kämpfe auf der Küstenstraße nahe der Universität, die den Flughafen mit dem Hafen verbindet. By Jakob Reimann, JusticeNow!, licensed under CC BY-ND 4.0.

1. Houthis schicken Verstärkung nach Hodeida, Kämpfe nähern sich Stadtzentrum. Am Sonntag haben die Houthi-Rebellen zusätzliche Kräfte in Hodeida stationiert. Die Saudi-Emirate-Koalition rückt näher ins Stadtzentrum von Hodeida vor. „Es gibt eine massive Stationierung bewaffneter Houthis in der Stadt und in Gegenden, in denen es Anhänger der [Koalitionstruppen]gibt, werden neue Checkpoints eingerichtet“, berichtet ein Bewohner gegenüber arabischen Medien. (Arab News)



23. Juni

4. Houthis schießen Flugzeug der Emirate ab, Crew wurde getötet, berichten jemenitische und syrische Medien unter Berufung auf Houthi-Militärquellen. Das Militärflugzeug der Emirate war demnach am Donnerstagabend zu Aufklärungsflügen an der Rotmeerküste unterwegs und wurde vom Houthi-Raketenbataillon in der Jizan-Region im Süden Saudi-Arabiens abgeschossen. Die gesamte Crew soll dabei getötet worden sein. Stunden zuvor wurde in der Sa’da-Region eine Spionagedrohne der Saudi-Emirate-Koalition von Houthis abgeschossen. (YemenExtra, Saba News AgencyAl-Masdar News, Sputnik)

Houthi-Rebellen schossen ein Flugzeug der VAE ab, die Crew starb. Hier ein Aufklärungsflugzeug vom Typ CASA/IPTN CN-235 aus spanisch-indonesischer Produktion, wie es von den Emiraten verwendet wird. By public domain.

2. Informationsminister der Koalition treffen sich, um positive Berichterstattung über Hodeida-Offensive zu forcieren. Die Minister trafen sich heute im saudi-arabischen Dschiddah, um „über Wege zur Erlangung der notwendigen Unterstützung der Medien für die militärischen, politischen und humanitären Bemühungen der Koalition im Jemen zu diskutieren.“ Auch sollen gemeinsame Narrative der Hodeida-Offensive für die jeweiligen Medien der Koalitionsländer erarbeitet werden. (Saudi Press Agency, Bernama)

Kontext: Die internationale Presse bewertet die Hodeida-Offensive sowie den Angriffskrieg der Saudi-Emirate-Koalition gegen den Jemen im Allgemeinen überwiegend negativ.

1. Mindestens sechs Zivilisten durch Luftangriffe der Koalition getötet, berichten jemenitische und iranische Medien. Der Luftschlag der Saudi-Emirate-Koalition ereignete sich in einem Wohnviertel in Kitaf wa al-Boqe’e in der Sa’da-Provinz, der Hochburg der Houthi-Rebellen. Ein Pärchen wurde schwer verletzt, nachdem eine Rakete ihr Auto traf. Im al-Jarrahi-Distrikt im Süden Hodeidas flog die Koalition drei Angriffe und in der Hajjah-Provinz kam es zu mindestens sieben Luftschlägen der Koalition, wobei eine Turnhalle beschädigt wurde. (PressTV, Saba News Agency, Saba News Agency)



22. Juni

5. Houthis sind bereit, Kontrolle über den Hafen an UN zu übergeben, erklärten anonyme Quellen, die in Kenntnis der aktuellen Verhandlungen sind, gegenüber Reuters.  Eine der Quellen sagt, die Houthis, „zeigten Bereitschaft, die volle Kontrolle und Überwachung des Hafens auf die UN zu übertragen“. Die UN würde unter dieser angestrebten Regelung auch die Einnahmen des Hafens überwachen und sicherstellen, dass diese zur Zentralbank in Sana’a gelangen, erklärt ein westlicher Diplomat. Auch Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate hätten in den letzten 24 Stunden bezüglich dieses Vorschlags „positive Signale“ ausgesandt, so der Diplomat weiter. (Reuters, Middle East Monitor)

Kontext: Die Kontrolle des Hafens ist das zentrale Thema, um das es in der Schlacht um Hodeida geht. Solllten die Friednesverhandlungen unter dem Schirm des UN-Sondergesandten für den Jemen, Martin Griffiths, endlich Früpchte tragen, könnte dies das Ende der Kampfhandlugnen einläuten und so die Katastrophe abwenden, die von einer Zerstörugn des Hafens oder dessen Außerbetriebnahmen ausgehen würde.

4. Der Westen kann im Jemen kein ehrlicher Vermittler sein, erklärt Nadine Drummond von der im Jemen aktiven Hilfsorganisation Save the Children im Interview mit kanadischen Medien. „Die US-Regierung, die britische Regierung und die französische Regierung. Dies sind die Länder, die die Möglichkeit haben, darauf Einfluss zu nehmen, was vor Ort passiert“, sagte Drummond. „Doch bisher waren sie entweder nicht in der Lage zu handeln, oder sie haben sich entschieden, dass es nicht in ihrem eigenen Interesse wäre .“ Enge wirtschaftliche Beziehungen zu Saudi-Arabien und den anderen Koalitionspartnern seien das große Hindernis.“Oft sagen die Leute, dass dies ein vergessener Krieg ist … Nein. Dieser Krieg wurde nicht vergessen. Er wurde ignoriert.“ (CBC)

3. Menschen fliehen von Hodeida in Richtung Hauptstadt Sana’a, VIDEO. (Al Jazeera, YouTube)

2. Mindestens 374 Tote nach acht Tagen schwerer Kämpfe. Die vier gestern getöteten Koalitionstruppen und die 22 getöteten Houthi-Rebellen bringen die Gesamtzahl der in acht Tagen der Schlacht um Hodeida Getöteten nun auf 374. (The New Arab, Daily Mail)

1. Koalitionstruppen bereiten sich auf Schlacht um Hodeida Port vor. Nach Eroberung des strategisch wichtigen Flughafens sendet die Koalition aktuell Verstärkung nach Hodeida, um den Vormarsch auf den Hafen vorzubereiten. „Unsere Vorbereitungen zum Vormarsch auf den Hodeida Port sind in den letzten Zügen“, erklärt eine anonyme Quelle der Koalition gegenüber AFP. Die Houthis kündigten erbitterte Kämpfe an. (The New Arab, TRT World)

Kontext: Internationale Hilfsorganisationen, die UN sowie politische Analysten warnten immer wieder eindringlich vor Militärschlägen in und um den Hodeida Port. 70-80 Prozent aller Importe in den Jemen, darunter sämtliche Hilfslieferungen, kommen durch den Hafen ins Land. Eine Zerstörung oder nur eine Unterbrechung der Aktivitäten des Hafens hätte katastrophale Konsequenzen.



21. Juni

9. Houthi-Landmine zerstört Fahrzeug der Koalition im Gebiet des Hodeida Flughafen VIDEO, laut pro-Houthi-Twitter-Channel (Yemen Observer, Twitter)

8. Iranische Flotte auf dem Weg in den Golf von Aden. Iranische Medien berichten, dass zwei Schiffe der iranischen Flotte auf dem Weg in den Golf von Aden an der Südküste des Jemen sind. Ziel soll die Bab al-Mandab-Meerenge sein, ca. 200 km von Hodeida entfernt, die als Flaschenhals in Richtung Sueskanal eine fundamentale Bedeutung für den Welthandel hat. Bei den zwei Schiffen handelt es sich um den Kharg Hubschrauberträger und den Sabalan Zerstörer. (Anadolu Agency, Xinhua, Mehr News Agency)

Zwei Schiffe der iranischen Marine sind auf dem Weg in den Golf von Aden. Hier zur Velayat-90 Naval Exercise. By Mohammad Sadegh Heydari, Wikimedia Commons, licensed under CC BY 4.0 (cropped).

7. Optionen für den Vormarsch auf den Hodeida Port: Ein Reuters-Analyst erklärt die beiden Möglichkeiten der Koalitionstruppen, um den vonden Houthis kontrollierten Hodeida Port einzunehmen. 1. Jetzt, da der Flughafen von der Koalition erobert wurde, kann sie auf dem Landweg von Süden durch die Stadt zum Hafen gelangen. Es würd zu zermürbenden Schlachten urbaner Kriegsführung kommen, in denen die Houthis lange Erfahrung haben. Viele zivile Opfer wären die Folge. 2. Die Koalition könnte eine Seelandung durchführen. Zivile Opfer würden reduziert, jedoch sind die Gewässer von den Houthis vermint worden. Auch wären die Koalitionstruppen Raketenbeschuss der Houthis ausgesetzt. (Reuters)

Die zwei Möglichkeiten der Koalitionstruppen zum Vormarsch auf den Hodeida Port. 1. vom Flughafen aus durch die Stadt, oder 2. per Seelandung vom Roten Meer aus. By Jakob Reimann, JusticeNow!, licensed under CC BY-ND 4.0.

6. Schwere Kämpfe auf Küstenstraße Richtung Hodeida Port. Arabische Medien berichten, dass es am Mittwoch auf einer Küstenstraße zu schweren Kämpfen zwischen Koalitionstruppen und Houthi-Rebellen kam. Die strategisch wichtige Straße führt zum Hodeida Port, Nachschub von Panzern und schwerer Munition in der Region westlich des Flughafens wird berichtet, was Befürchtugnen verhärtet, die Koalition bereite sich auf eine Offensive im Stadtinneren sowie auf den Hafen vor. (Asharq Al-Awsat)

5. Nach Verlust des Flughafens: Houthis schwören, weiterzukämpfen. Nachdem Koalitionstruppen Berichten zufolge die Kontrolle über den Hodeida Flughafen übernommen haben, erklären die Houthis, sie werden unablässig weiterkämpfen und kündigen gar an, den Flughafen zurückerobern zu wollen, der zwar außer Betrieb ist, sich jedoch ein wichtiges Houthi-Basislager befindet. „Unsere Entschlossenheit wird niemals geschmälert“, erklärt Houthi-Führer Abdulmalik al-Houthi im Houthi-TV-Sender Al Masirah. Ankommende Verstärkung der Houthis sollten den Vorstoß der Koalitionstruppen zurückschalgen, so al-Houthi weiter. (The New Arab)

4. VIDEO: Überblick über jüngste Entwicklungen und Signifikanz des Hodeida Port. (Al Jazeera, YouTube)

3. Houthis: „Wir haben die Kontrolle des Hodeidah Port durch die UN begrüßt“, erklärt Houthi-Anführer Sayyed Abdulmalik al-Houthi in einer von jemenitischen Medien übertragenen Rede an die Bevölkerung. „Doch sie lügen, sie machen nur haltlose Rechtfertigungen“, fährt al-Houthi fort. Er habe dem UN-Sondergesandten Martin Griffiths bei seinem jüngsten Besuch in Sana’a angeboten, die Kontrolle über den lebenswichtigen Hafen zu übernehmen. Er sagte, dass „die Angriffstruppen behaupten, iranische Raketen würden durch den Hafen von Hodeidah kommen, obwohl alle Schiffe, die in den Hafen einlaufen, streng von den Vereinten Nationen und in Dschibuti von der Koalition selbst inspiziert werden.“ (Saba News Agency)

Houthi-Anführer Sayyed Abdulmalik al-Houthi bei einer vom Houthi-TV-Sender Al-Masirah übertragenen Rede an seine Anhänger. (Saba News Agency, all rights reserved)

2. Houthi-Rebellen bereiten sich auf Straßenschlachten im Stadtzentrum vor, nachdem der Hodeida Flughafen am Stadtrand von den Koalitionstruppen übernommen wurde, ziehen sich Houthi-Kämpfer in die urbanen Zentren zurück und bereiten sich auf Straßenkämpfe vor. Auch Truppen der Saudi-Emirate-Koalition sind bereits in Wohnviertel in der Stadt vorgerückt, „Panzer und Busse beladen mit uniformierten Soldaten rollen durch die Straßen der einst lebhaften Stadt.“ (The Guardian, Middle East Eye, Reuters, The New Arab)

Kontext: Analysten und humanitäre Helfer warnten stets eindringlich vor diesem nun drohenden Szenario: Straßenkämpfe im Inneren der Stadt würden die etwa 600.000 Menschen in Hodeida in höchste Lebensgefahr bringen. Angesichts der langen Historie rücksichtsloser Luftschläge der Saudi-Emirate-Koalition auf zivile Ziele wird insbesondere vor Szenen wie in Aleppo, Mosul oder Raqqa gewarnt, wo ganze Stadtteile buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht wurde.  Siehe dazu etwa: Die US-Koalition begeht schwerste Kriegsverbrechen in der IS-Hauptstadt Raqqa

1. Mindestens 350 Tote nach der ersten Woche Schlacht um Hodeida, davon wurden laut Krankenhausquellen allein in den heftigen Kämpfen rund um den Hodeida Flughafen 156 Houthis sowie 28 Koalitionstruppen getötet. (Middle East Eye, Arab News)



20. Juni

7. Koalition legt Beweise für iranische Bewaffnung der Houthis vor, so das Außenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Die der Presse präsentierten Waffen wurden von Koalitionstruppen im Jemen beschlagnahmt und in eine Militärbasis auf Abu Dhabi in die Emirate überführt. Unter den Asservaten sollen sich Scharfschützengewehre, eine Mini-Drohne, Minen, Sprengfallen sowie ein „Drohnen-Boot“ befinden. Der iranische Botschafter wies die Anschuldigungen kategorisch zurück, er „kann nur wiederholen, dass der Iran weder Waffen in den Jemen geliefert hat, noch aktuell welche liefert.“ (Associated Press, Asharq Al-Awsat, Arab News)

Kontext: Waffenlieferungen des Iran an die Houthis wären tatsächlich völkerrechtswidrig, da sie eine Verletzung der UN-Resolution 2216 von 2015 darstellen würden – zumindest, wenn die Lieferungen nach 2015 stattgefunden hätten. Beweise hierfür bleiben sowohl die Koalition als auch die Trump-Regierung stets schuldig. Im Gegensatz dazu beliefern die USA und andere westliche Staaten die Saudi-Emirate-Koalition im großen Stil vollkommen legal. Die UN muss daher unverzüglich ein Waffenembargo gegen sämtliche Kriegsparteien verhängen. Siehe zur Frage vermeintlicher Waffenlieferungen #3 des Jemen-Specials: Die Houthi-Iran-Connection.

Waffenexporte nach Saudi-Arabien 2015-2017, dem Zeitraum des Jemen-Kriegs, nach Anteil der Herkunftsländer. Quelle der Daten: SIPRI. By Jakob Reimann, JusticeNow!, licensed under CC BY-ND 4.0.

 

Der VAE-Außenminister, Abdullah bin Zayed Al Nahyan, trifft sich nächste Woche mit der indischen Regierung. Abu Dhabi will eine stärkere Einbindung Neu-Delhis in die Hodeida-Operation. By UAE Minister of Foreign Affairs, Wikimedia Commons, CC BY 2.0.

6. Emirate wollen Indien in die Koalition im Jemen einbinden, erklärt Ahmed Albanna, der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) in Indien gegenüber indischen Medien. Die Operation in Hodeida würde den Energiehandel zwischen Indien und dem Golf absichern, so Albanna. Daher wünschen sich die VAE zwar noch kein militärisches Engagement, sondern dass das diplomatische Schwergewicht Indien, „seine diplomatische Unterstützung für die Hodeida-Operation auf der internationalen Bühne verstärkt“. Nächste Woche trifft sich der VAE-Außenminister zu bilateralen Gesprächen in Neu-Delhi. (The Hindu)

5. Saudi-Emirate-Koalition rückt in Wohnviertel vor, berichtet ein Korrespondent der saudischen Al Arabiya. Sprengstoffexperten würden die Wohnviertel von Minen befreien, während sich Truppen heftige Kämpfe mit Houthi-Rebellen liefern. „Bewaffnete Kräfte durchkämmen Wohngebiete der Stadt“, so der Korrespondent weiter. (Al Arabiya)

Kontext: Sollten sich diese Meldungen bestätigen, wäre dies in der Tat ein Novum, da es zwar bereits vereinzelte Luftschläge der Koalition innerhalb der Stadt gab, jedoch keine Bodentruppen, die sich bis jetzt in den Randbezirken wie dem Flughafen aufhielten.

4. Houthis feuern ballistische Rakete auf Ölgiganten Saudi Aramco, dies berichteten der Houthi-TV-Sender Al-Masirah sowie weitere jemenitische Medien. Die Rakete vom Typ Badr 1 flog auf eine Anlage von Saudi Aramco in Abha City in der Asi-Provinz im Süden Saudi-Arabiens. Die saudische Regierung gibt an, die Rakete wurde abgefangen. Ein Aramco-Sprecher erklärt gegenüber Reuters, „unsere Anlagen sind sicher und arbeiten ganz normal.“ (AhlulBayt News Agency, Reuters, Saba News Agency, Reuters)

Kontext: Saudi Aramco ist gleichzeitig das wertvollste und das profitabelste Unternehmen der Welt, in der jüngsten Vergangenheit versuchten die Houthi-Rebellen wiederholt, Anlagen des Ölgiganten zu zerstören.

3. Koalitionstruppen rücken auf wichtigen Knotenpunkt in Richtung Sana’a vor. Bereits in den letzten Tagen kam es am Kreisverkehr, der östlich von Hodeida in Richtung der Hauptstadt Sana’a führt, zu Kämpfen und Luftschlägen der Saudi-Emirate-Koalition. Die Koalition verschiebt jetzt verstärkt Truppen an diesen für die Houthis wichtigen Knotenpunkt, um den Rebellen die Nachschubrouten aus der von ihnen besetzten Hauptstadt abzuschneiden und so tendenziell nach Norden zu drängen.

2. Eindrücke aus Hodeida, VIDEO. (AFP, YouTube)

1. Flughafen unter Kontrolle der Koalition, nach eigenen Angaben, nach heftigen Kämpfen in der Nacht zu Mittwoch und mindestens 40 Luftschlägen der Koalition auf das Flughafenareal. „Der Flughafen wurde komplett gesäubert, Danke Gott, und ist nun unter Kontrolle“, erklärt Abdul Salaam al-Shehi, Kommandeur der Saudi-Emirate-Koalition, in einer Videobotschaft, die auf einer offiziellen Website der Emirate gepostet wurde. (Middle East Eye, Bangkok Post; Bara Shiban, Twitter)

Kontext: Die Saudi-Emirate-Koalition behauptete mehrfach, den Hodeida Flughafen erobert zu haben, die Houthis dementierten, neue Offensiven wurden gestartet, die vermeintlich zurückgeschlagen wurden. Es ist sehr schwer, Informationen zu verifizieren. Der Vollständigkeit halber werden Infos zum Flughafen im Ticker weiter dokumentiert.



19. Juni

9. Saudi-Emirate-Koalition tötet 6 Zivilisten in Hodeida, durch einen Luftangriff auf einen Bus in der Nähe der Ghirasi-Kreuzung, so Militärangehörige gegenüber jemenitischen Medien. Unter den Toten befinden sich vier Frauen. (Saba News Agency)

8. Über 26.000 Menschen in Hodeida sind bis jetzt vertrieben worden, so Stephane Dujarric, Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres in einem Statement am Montag. Mehr als 5.200 Familien wurden vertrieben. „Da die Kampfhandlungen weiter anhalten, erwarten wir, dass auch diese Zahlen weiter steigen“, Dujarric weiter. „Die Lage ist sehr verstörend“, meint Russlands Botschafter bei den UN, Dmitry Polyansk. Russland hat im Juni den Vorsitz im Sicherheitsrat inne. (teleSUR, The Boston Globe)

 

7. „Hodeida ist der Schlüssel nach Sana’a“. Auf einer Pressekonferenz erklärte Anwar Gargash, der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), „Hodeida zu befreien, ist der Schlüssel, um die Hauptstadt Sana’a zu befreien“, womit er oft geäußerte Befürchtungen bekräftigt, die Saudi-Emirate-Koalition lege wenig Wert auf eine diplomatische, politische Lösung des Jemen-Kriegs generell und die Großoffensive auf Hodeida sei keineswegs das Ende der militärischen Intervention der Koalition. (Gulf News)

6. VIDEO: Hodeida-Schlacht bedroht Lebensgrundlage von 250.000 Menschen. (Euronews)

Die Friedensgespräche des UN-Sondergesandten für den Jemen, Martin Griffiths (l) sind gescheitert. Hier mit dem Untersekretär des Houthi-Außenministeriums, Faisal Amin Abu-Rass (r). Screenshot from Al Jazeera, all rights reserved.

5. UN-Friedensgespräche für Hodeida gescheitert.

Der UN-Sonderbeauftragte für den Jemen, Martin Griffiths, scheiterte bei Versuchen, die Schlacht um Hodeida auf diplomatischem Wege beizulegen. Griffiths war seit Samstag zu Gesprächen in der Hauptstadt Sana’a und verließ heute das Land in Richtung Jordaniens Haupstadt Amman, ohne ein Statement abzugeben. Es gab keine „greifbaren Durchbrüche“, zitieren türkische Medien bei den Gesprächen anwesende Personen. Dieselben Quellen erklären, die Houthis lehnten Griffiths‘ Angebot ab, die Kontrolle des Hafens auf die UN zu übertragen, und erbaten um mehr Zeit, um den Vorschlag „zu studieren“. Per Videokonferenz erklärte Griffiths dem UN-Sicherheitsrat, er sei „hoffnungsvoll, eine erste Runde Vorverhandlungen könnte im nächsten Monat stattfinden“. (Anadolu Agency, AFP, AFP, The National, Middle East Monitor)

Kontext: Unmittelbar vor Beginn der Großoffensive auf Hodeida stimmten die Houthis Griffiths‘ Vorschlag zu, die Kontrolle des Hafens auf die UN zu übertragen. Die Saudi-Emirate-Koalition startete dennoch ihren Angriff. Nach Beginn der Kampfhandlungen waren Szenarien, in denen Griffiths‘ Plan Erfolg haben könnte, nur noch schwer vorstellbar.

4. Koalitionstruppen rücken auf Hodeida City vor, berichten arabische Medien. (Asharq Al-Awsat, Twitter)

3. Houthis haben „Versorgungslinien der Angriffskoalition abgeschnitten“, so ein Houthi-Sprecher gegenüber iranischen Medien. Mohammed al-Bakhiti erklärt weiter, die Koalitionstruppen seien „jetzt umzingelt … in den Medien vermelden sie lediglich Propaganda über ihre Erfolge.“ Auch habe der „Fokus auf die Küstengebiete“ um Hodeida den Houthi-Truppen „den Weg geebnet, um an anderen Fronten voranzuschreiten.“ (Fars News Agency)

Kontext: Die Verifizierung militärischer Informationen ist in der Tat ein großes Problem im Jemen-Krieg, speziell in der Schlacht um Hodeida, wie insbesondere sich widersprechende Meldungen über die Lage am Hodeida Flughafen verdeutlichen. Beide Seiten und ihnen wohlgesonnenen Medien betreiben zweifelsohne auch einen Propagandakrieg.

2. Bislang 253 Truppen der Saudi-Emirate-Koalition in Schlacht um Hodeida getötet, 43 davon bei Kämpfen am Wochenende, berichten iranische Medien unter Berufung auf den stellvertretenden Gouverneur von Hodeida, Ali Qashar, und weitere jemenitische Regierungsquellen. Unter den Toten befinden sich mutmaßlich auch der stellvertretende Oberbefehlshaber der emiratischen Streitkräfte, Major General Eisa Saif al-Mazrouei sowie weitere hochrangige Militärs. (Fars News Agency, MEHR News Agency,  ANNA News)

1. Kämpfe um Hodeida Flughafen eskalieren. Am Dienstagmorgen trafen „erhebliche Verstärkungen“ der Koalitionstruppen im Areal rund um den Flughafen ein, die daraufhin eine erneute Offensive zur vollständigen Eroberung des Flughafens von Houthi-Truppen starteten. Unterstützt von massiven Luftschlägen auf Houthi-Positionen stürmten Koalitionstruppen das Gelände. Houthis antworteten mit Panzer-, Artillerie- und Mörserbeschuss. Selbstmordanschläge von Houthi-Milizen werden berichtet. (Hürriyet, AFP, Al Jazeera; Sky News Arab, Twitter)



18. Juni

9. 10-15 Zivilisten duch Koalitionstruppen nahe Hodeida getötet, berichtet Yehia Tanani, der mit seiner Familie und „der gesamten Dorfgemeinschaft“ aus einem Dorf im Hodeida-Gouverment vor den Luftschlägen der Saudi-Emirate-Koalition geflohen ist, auf DemocracyNow!: „Die, die getötet wurden, liegen jetzt in den Kühlschränken im Krankenhaus. Wir wissen von 10 bis 15 Leichen in den Kühlschränken. Und wir wissen nicht einmal, wer unser Feind ist.“ (DemocracyNow!)

8. Houthis attackieren Versorgungslinie der Koalitionstruppen im Süden von Hodeida, und verlangsamen so den Nachschub der Koalition, die sich rund um Hodeida positionieren und nun auf Ausweichrouten angewiesen sind. Der Angriff auf die Koalitionstruppen fand in der Nacht statt, die Koalition reagierte mit Beschuss durch Apache-Helikopter. (Bloomberg)

7. Houthi-Drohnenangriff auf gepanzerte Koalitionsfahrzeuge. Bei dem mutmaßlichen Angriff in der Hodeida-Provinz wurden laut Houthi-Militärs „Dutzende von Saudi-Arabien bezahlte Söldner getötet und verwundet“. (Saba News Agency)

6. Houthis errichten weitere Blockaden um Flughafen-Areal, um so den Zugang für Koalitionstruppen zu behindern. (Fatima Alasrar, Twitter)

5. VAE fordern „bedingungslosen“ Rückzug der Houthis aus Hodeida, so Anwar Gargash, der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). „Wenn die Rebellen Bedingungen setzen wollten, hätten sie vor einem Jahr daran denken sollen … Jetzt ist nicht die Zeit zu verhandeln.“ Der Kopf der inoffiziellen Houthi-Regierung, Abdulaziz Saleh bin Habtoor, beschuldigt hingegen die Saudi-Emirate-Koalition, sie hätte „ihre Angriffe auf die Westküste eskaliert, als sie erkannten, dass es ernsthafte Schritte in Richtung einer Lösung gab“. (AFP)

4. Weiter massive Gefechte rund um Hodeida Flughafen. Am Montagmorgen kam es erneut zu schweren Gefechten im Gebiet rund um den Hodeia Airport. Kampfjets der Saudi-Emirate-Koalition bombardierten Houthi-Rebellen, die sich auf dem Flughafen-Areal verschanzen. Apache-Helikopter nehmen Houthi-Sniper auf Schulen und Wohnhäusern unter Beschuss. Houthi-Kämpfer reißen auf Zugangsstraßen zum Flughafen die Straße aus, um der Saudi-Emirate-Koalition den Zugang zu erschweren. (Reuters, Sputnik, Russia Today)

3. Saudi-Emirate-Koalition inhaftiert weltberühmte jemenitische Menschenrechtler. Soeben wurden Radhia Almutawakel, die Vorsitzende, sowie Abdulrasheed Alfaquih, Geschäftsführer der renommierten jemenitischen Menschenrechtsorganisation Mwatana Organization for Human Rights an einem Flughafen im Hadramaut-Distrikt von Sicherheitskräften der Saudi-Emirate-Koalition inhaftiert. Beide waren auf dem Weg nach Oslo, um an einer Veranstaltung des Center for Humanitarian Dialogue teilzunehmen. Almutawakel sprach 2017 vor dem UN-Sicherheitsrat über den Krieg im Jemen. (Just Security)

Mwatana dokumentiert Menschenrechtsverletzungen vor Ort und fordert die Einrichtung einer internationalen Kommission zur Untersuchung von Kriegsverbrechen aller Kriegsparteien sowie das sofortige Ende von Waffenverkäufen an die Kriegsparteien. Das  Video Abandoned Yemen (‚Im Stich gelassener Jemen‘) der Menschenrechtsorganisation vom September 2017 gibt einen Überblick über den Krieg und die Menschenrechtsverletzungen im Jemen:

„Die Tage der Houthis in Hodeida sind gezählt”, Anwar Gargash, Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate. By UN Geneva, Flickr, licensed under CC BY-NC-ND 2.0.

2. „Die Tage der Houthis in Hodeida sind gezählt“ – VAE. „Die volle Kontrolle über Hodeida ist nur eine Frage der Zeit. Wir sind extrem sorgsam beim Schutz der Zivilbevölkerung“, so Anwar Gargash, der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) auf einer Pressekonferenz in Dubai. „Hodeida ist für die Houthis eine Gelddruckmaschine“, durch den Handel von diesem Hafen aus machten sie drei Milliarden Dollar, so Gargash, ohne jedoch einen Zeitrahmen zu nennen. „Die VAE schätzen, dass es in Hodeida noch immer 2.000 bis 3.000 Houthi-Milizionäre gibt.“ „Wir sind überzeugt, dass die Houthis das einzige Hindernis [zum Frieden] im Jemen sind … Wir sind an einem Wendepunkt angelangt. Solange die Houthis Hodeida halten, werden sie den politischen Prozess weiterhin behindern. Unser strategisches Ziel ist es, den Krieg im Jemen zu beenden, und das ist nicht möglich, während die Houthis Hodeida kontrollieren“. (ReutersGulf News)

Kontext: Die Houthis waren bereit, nur wenige Tage vor Beginn der Großoffensive auf Hodeida ein entsprechendes Angebot des UN-Sondergesandten für den Jemen, Martin Griffiths, anzunehmen, welches enthielt, dass die Houthis sich aus Hodeida zurückziehen und die UN die Kontrolle über den Hafen übernehme. Kurz darauf begann die Offensive der Koalition. Siehe Artikel in den NachDenkSeiten.

1. Über 43 Luftschläge der Saudi-Koalition in letzten 24 Stunden. Allein 25 davon im Areal des Hodeida Flughafens. (Saba News Agency)



17. Juni

10. Houthis feuern Rakete auf Saudi-Arabien. Ziel der am frühen Nachmittag aus der Sa’da-Region abgefeuerten Rakete war laut Angaben saudischer Militärs die Stadt Jazan im Süden Saudi-Arabiens. Während jemenitische Medien angeben, saudische Soldaten seien getötet und weitere verletzt worden, behauptet das saudische Militär, die Rakete abgefangen zu haben, die daraufhin in unbewohntem Wüstengebiet zu Boden ging. Ein Pakistani sei von Schrapnelteilen verletzt worden. (Saba News AgencyArab NewsSaudi Press Agency, Al Arabiya, Twitter)

9. „Kriegsverbrechen“: Koalition bombardiert Krankenhaus in Hodeida. Der OP-Saal des Al-Thawra Hospital inmitten der Stadt wurde von der Saudi-Emirate-Koalition bombardiert, berichten jemenitische und iranische Medien [a]. Das jemenitische Gesundheitsministerium nennt den Angriff in einem Statement „Kriegsverbrechen“. Abdual-aziz al-Dailami, der stellvertretende Gesundheitsminister des Jemen, verurteilt den Angriff auf das Krankenhaus scharf. Bereits am Dienstag zerstörte die Saudi-Emirate-Koalition ein von Doctors Without Borders betriebenes, neu eröffnetes Zentrum zur Behandlung von Cholera in Abs, nördlich von Hodeida. ([a] Fars News Agency, Al-MasirahSaba News Agency; [b] Jemenitisches GesundheitsministeriumNPR)

Kontext: Die Saudi-Emirate-Koalition hat seit Kriegsbeginn im März 2015 immer wieder Krankenhäuser bombardiert: Allein in den ersten neun Monaten des Krieges kam es zu 130 Angriffen auf Gesundheitseinrichtungen, Internationale Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen mussten über längere Zeiträume hinweg aus Selbstschutz ihre Tätigkeit im Jemen komplett einstellen. Das oben zitierte Statement des jemenitischen Gesundheitsministeriums spricht von Angriffen auf „mehr als 400 Gesundheitseinrichtungen“ und „mehr als 62 Krankenwagen“ seit Kriegsbeginn. Siehe dazu auch: #1 des Jemen-Specials: Zwischen Cholera und Hungersnot – Der humanitäre Alptraum des Jemen-Kriegs

8. 4.458 Familien aus Hodeida vertrieben, seit Anfang Juni, so die Zahlen der UN-Nothilfe vom Sonntag. 36 Familien haben ihre Lebensgrundlage verloren, da ihre Farmen zerstört wurden. (UNOCHAAhram Online, PressTV)

7. „Der Angriff der Emirate und Saudis auf Hodeida muss gestoppt werden“, erklärt Jan Egeland, Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlignswerks, welches im Jemen sehr aktivist, gestern in einem Tweet (Jan Egeland, Twitter):

Übersetzung: Es ist sehr wenig Zeit: Wir müssen eine gemeinsame Botschaft von allen UN-Organisationen und NGOs haben: Der von den VAE/Saudi-Arabien geführte Angriff auf Hodeida muss gestoppt werden. Die UN muss den Hafen von den Houthis übernehmen. UN-Sondergesandter muss Zeit bekommen, um Friedensgespräche zu führen. Schläft die Diplomatie der USA, Großbritanniens und Frankreichs?

6. Papst Franziskus fordert Kriegsparteien zu Verhandlungen auf. In einer öffentlichen Rede am Sonntag erklärte Franziskus, er verfolge „mit Sorge das dramatische Schicksal der Menschen im Jemen, die erschöpft sind von Jahren des Konflikts so.“ Er appellierte an die internationale Gemeinschaft, „keine Anstrengungen zu scheuen, die Konfliktparteien schnellstmöglich an den Verhandlungstisch zu bringen und eine Verschlechterung der bereits tragischen humanitären Situation zu vermeiden.“ (Business Insider)

5. Aktuelle Kämpfe und Truppenbewegungen:

4. Houthis drohen, Flughafen-Terminal in die Luft zu sprengen, wenn die Saudi-Emirate-Koalition ihre Offensive auf Hodeida fortführt, berichten emiratische Medien unter Berufung auf Aussagen zwei gefangengenommener Houthi-Kämpfer. Houthis hätten „Sprengstoff am Terminal angebracht“ sowie „Tausende Landminen im Flughafen ausgelegt“, erklärt Omar Saleh, Lieutenant der dem jemenitischen Milär angegegliederten Al-Amalikah Brigade, der die zwei Gefangenen verhört hat. (The National)

3. Saudi-Koalition bombardiert Hodeida Flughafen. Offensichtlich werden noch immer Teile des Flughafenareals von Houthi-Rebellen gehalten, Kämpfe halten weiter an. (Reuters)

UN-Sondergesandter für den Jemen, Martin Griffiths (l) mit dem Untersekretär des Houthi-Außenministeriums, Faisal Amin Abu-Rass (r) zu Friedensgesprächen in Sana’a. Screenshot from Al Jazeera, all rights reserved.

2. Houthis haben Anreiz, Friedensplan zuzustimmen, Saudi-Koalition nicht. Samaa al-Hamdani, politische Analystin am Sanaa Center for Strategic Studies, erklärt, die Houthis hätten einen Anreiz, dem Vorschlag von UN-Sondergesandten Griffiths (Siehe Ticker-Eintrag 1. Von heute) zuzustimmen: „Wenn sie diesen Krieg fortführen, können sie bis zum Tod kämpfen und wahrscheinlich verlieren, weil sie nicht über die Mittel verfügen, die den Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien zur Verfügung stehen“. Die saudische Koalition könnte jedoch weniger geneigt sein, dem Plan zuzustimmen: „Ihr Ruf steht auf dem Spiel … Sie wollen reingehen, kämpfen und einen klaren Sieg einstreichen.“ (Middle East Eye)

 

1. UN-Sondergesandter zu Friedensgesprächen im Jemen. Gestern landete Martin Griffiths in der Hauptstadt Sana’a, um sich zu Friedensgesprächen mit beiden Konfliktparteien zu treffen. Griffiths ließ bislang noch kein Statement ab, doch es wird erwartet, dass er sein in den Tagen vor der Offensive bereits ausgesprochenes Angebot erneuern und bekräftigen wird, dass die Houthi-Rebellen sich aus der Stadt zurückziehen und die UN die Kontrolle des Hafens übernimmt, um so ein Ende der Kampfhandlungen und den Rückzug der Koalitionstruppen aus der Hafenstadt zu erwirken. (Times of Israel, AFP, Al Jazeera, Xinhua)

Übersetzung: „Da die Vereinigten Staaten den Platz geräumt haben und der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen weiterhin gespalten ist, ist Herr Griffiths jetzt die einzige Person, die ein Wunder vollbringen kann. Im #Jemen ist es eine Minute vor Zwölf.”



16. Juni

9. Hodeida „wird am Ende aussehen wie Raqqa, West-Mossul oder Ost-Aleppo“, zieht der weltberühmte Journalist Patrick Cockburn den treffenden Vergleich zu Städten in Syrien und Irak, die bei der „Befreiung von Terroristen“ (dasselbe Vokabular vernehmen wir aktuell von der Saudi-Koalition) teilweise buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht wurden. Cockburn weiter: „Die Bodentruppen agieren als Putzkolonne, nachdem Luftangriffe zuvor alles ausradiert haben.“ (Independent) Siehe dazu etwa: Die US-Koalition begeht schwerste Kriegsverbrechen in der IS-Hauptstadt Raqqa

8. Pentagon soll US-Rolle in Hodeida-Offensive „vollständig offenlegen“, Bernie Sanders, sowie Mike Lee und Chris Murphy. In einem Schreiben an das US-Verteidigungsministerium fordern die drei US-Senatoren, das Pentagon solle „das volle Ausmaß der Rolle des US-Militärs … unverzüglich offenzulegen, einschließlich des Einsatzes von Special Forces, sowie jede Rolle, die das Pentagon im Angriff auf den Hodeida Port einnimmt, gefragt wurde einzunehmen oder plant einzunehmen.“ Die Drei fordern von Verteidigungsminister James Mattis, „eine öffentliche Erklärung gegen den bevorstehenden Angriff [auf den Hodeida Port] abzugeben“ und darauf zu drängen, dass die Saudi-Koalition „einen sofortigen Waffenstillstand und eine politische Lösung akzeptieren sollten“. (Russia Today)

7. Schlacht zwischen Houthis und pro-Hadi-Kräften, VIDEO. Diese Video soll den Einschlag einer Mörsergranate der Houthis auf pro-Hadi-Truppen im Al-Buka-Distrikt zeigen. Eine Person wird scheinbar genau vom Mörser erfasst, eine weiter fällt verletzt zu Boden, einige andere können davonrennen. (Yemen Observer, Twitter)


6. Versorgungslinie zur Hauptstadt Sana’a für Houthis abgeschnitten. Nachdem gestern bereits die Hauptstraße nach Sana’a, die weiter von den Houthis gehalten wird, von der Koalition bombardiert wurde (s. gestrigen Eintrag 3.), drängen von den Emiraten kontrollierte Milizen unter dem Schutz saudischer Kampfjets aktuell in den Osten von Hodeida vor, um die wichtige Verbindungsstraße zu besetzen und so den Houthis die Versorgungslinie aus der Hauptstadt zu durchtrennen, wie Augenzeugen und die jemenitische Regierung erklärten. Ziel der Maßnahme ist das Vertreiben der Houthis aus Hodeida Richtung Norden in die Provinz Hajjah. (Associated Press)

Siehe dazu erklärendes Kartenmaterial (Baraa Shiban, Twitter):

5. Mindestens 280 Tote in Schlacht um Hodeida, so die bisherige Gesamtopferzahl [a]. Die Verteilung der Toten auf die verschiedenen Parteien ist schwer ermittelbar, die meisten Opfer sind jedoch auf Seiten der Houthis zu verzeichnen. Sky News Arabia gibt die Zahl getöteter Houthis gar mit 390 an, sowie weitere 600 Verletzte [b], Zahlen, die jedoch noch nicht anderweitig verifiziert werden konnten. Laut jemenitischen Funktionären seien „Dutzende“ Soldaten der Saudi-Emirate-Koalition getötet worden, die meisten durch Landminen, Sprengfallen oder Houthi-Sniper. ([a] The Guardian, The Independent; [b] Sky News Arabia, Twitter)

4. UPDATE HODEIDA FLUGHAFEN. Gestrige Berichte, die Saudi-Emirate-Koalition* hätte die Houthi-Rebellen vom Hodeida Flughafen vertrieben und die volle Kontrolle über den Flughafen erlangt (siehe Ticker-Eintrag), waren offensichtlich falsch, siehe etwa [a]. In der Nacht kam es noch immer zu heftigen Kämpfen im Flughafen-Areal [b]. Heute Nachmittag wurde dann breit über die Eroberung des Flughafens berichtet [c], unter Berufung auf Hadi-Funktionäre und weitere Regierungsquellen. Eine Stellungnahme von Seiten der Houthis fehlt bislang. Die Houthis haben das Flughafen-Areal vermint, die Minenräumung wird gegenwärtig von Spezialisten durchgeführt. ([a] [b] Baraa Shiban, Twitter; [c] Deutsche Welle, NBC News, Middle East Monitor, Sky News, Associated Press)

Macrons Verteidigungsministerium hat um dessen Rolle im Jemen nachweislich gelogen. Dies könnte eine Krise für den Präsidenten zur Folge haben. By EU2017EE Estonian Presidency, Wikimedia Commons, licensed under CC BY 2.0.

3. BREAKING: Französische Special Forces im Jemen aktiv, berichtet Reuters unter Berufung auf die französosiche Zeitung Le Figaro, die wiederum zwei Militärquellen zitiert [a]. Die französischen Special Forces sind in die Verbände der Vereinigten Arabischen Emirate eingegliedert, der treibenden Kraft der Großoffensive auf Hodeida, doch Details über deren Aktivitäten nennt Le Figaro nicht. Noch am Freitag versicherte das französische Verteidigungsministerium, Frankreich sei weder militärische Operationen in der Hodeida-Region involviert noch Teil der Saudi-Emirate-Koalition [b]. Diese Affäre könnte sich potentiell zu einer Krise für die Macron-Regierung ausweiten. ([a] Le FigaroReuters, Middle East Monitor; [b] Sputnik News)

2. Schwere Kämpfe zwischen Houthis und Hadi-Truppen, VIDEOS. Die folgenden Videos und Bilder dokumentieren laut Yemen Observer eine Schlacht zwischen Houthi-Rebellen und pro-Hadi-Milizen:

Houthis feuern Antipanzerlenkwaffe (ATGM) auf Fahrzeug von pro-Hadi-Milizen im Al-Buka-Distrikt, östlich von Hodeida:

 

Houthi-Kämpfer schießen von Bergen hinab:

 

Pro-Hadi-Soldaten fliehen aus ihren Verteidigungsstellungen: 

 

Pro-Hadi-Soldaten fliehen unter heftigem Houthi-Feuer:

 

Houthis feuern Mörser auf Gruppe Soldaten nahe ihres Fahrzeugs:

 

Verwundete Soldaten werden gefangengenommen:

 

Von Houthis nach der Schlacht konfiszierte Waffen:

 

Hadi-Soldaten in Houthi-Krankenhaus:

(Yemen Observer, Twitter; alle Materialien)

 

1. Mehr als zwei Drittel aller Jemeniten abhängig von Lebensmittelimporten über Hodeida Port, erklärt Jolien Veldwijk, stellvertretende Direktorin von Care International in Jemen in Interview mit Al Jazeera. „Schon vor der Offensive auf Hodeida waren bereits 8 Millionen Jemeniten von akutem Hunger bedroht. Diese Zahl wird in die Höhe schießen, auch wenn der Hafen nur für einen Tag geschlossen ist.“ Alle anderen jemenitischen „Häfen haben nicht die Größe, um die Importmengen zu verarbeiten, die benötigt werden, um die Menschen im Jemen zu ernähren … Sie sind viel kleiner und können vielleicht nur 30 Prozent stemmen von dem, was benötigt wird.“ Diese Einschätzung der erfahrenen Nothelferin steht im direkten Widerspruch zu wiederholten Behauptungen der Saudi-Koalition, andere Häfen im Jemen könnten die Versorgung der Bevölkerung problemlos übernehmen. (Al Jazeera)
Siehe dazu: #1 des Jemen-Specials: Zwischen Cholera und Hungersnot – Der humanitäre Alptraum des Jemen-Kriegs



15. Juni

#6 des JusticeNow!-Jemen-Specials: Die Blutspur der USA – Die Gewalt des US Empire im ärmsten Land der Arabischen Welt

11. Pentagon räumt Beteiligung an Hodeida-Offensive ein. Im Interview mit emiratischen Medien versichert der Pentagon-Sprecher Major Adrian Galloway, die USA „sind nicht an offensiven Operationen in Hodeidah beteiligt“, und widerspricht sich daraufhin: „Unsere Unterstützung für die Koalition besteht aus Luftbetankung von Koalitionsflugzeugen und nachrichtendienstlicher Unterstützung“. (Luftbetankung saudischer Kampfjets ist zweifelsohne eine „Beteiligung an offensiven Operationen“) (The National) Über die Rolle der USA im Jemen siehe #6 des Jemen-Specials: Die Blutspur der USA – Die Gewalt des US Empire im ärmsten Land der Arabischen Welt

10. USA und UK sprechen sich in UN gegen sofortigen Waffenstillstand in Hodeida aus. Der Versuch der schwedischen Regierung als nicht-ständiges Mitglied, in einer Sondersitzung des 15-köpfigen UN-Sicherheitsrats eine Erklärung zu verabschieden, die das sofortige Ende der Kampfhandlungen in Hodeida fordert, scheiderte an der Opposition der britischen und der US-Regierung. „Das Scheitern bei der UN bedeutet, dass die Saudi-Emirate-Koalition den direkten Angriff auf den Hodeida Port fortführen kann“, resümiert der Guardian zutreffend. (The Telegraph, The Guardian)

9. Koalition erlangt volle Kontrolle über Hodeida Flughafen. Nach „schweren Luftangriffen“ der Saudi-Koalition auf Houthi-Stellungen rund um den Flughafen und der „vollständigen Zerstörung ihrer Befestigungsanlagen“ zogen sich die Houthi-Rebellen vom Flughafen zurück. (HdeidahMubasher, Twitter; Xinhua)

8. Koalition erobert Eingang zum Flughafen von Hodeida, erklären drei Quellen vor Ort unabhängig voneineander gegenüber Reuters. (Reuters)

Die aufgrund massiver im Irak und Afghanistan begangener Kriegsverbrechen berühmtberüchtigte Söldnerfirma Blackwater (die heute Academi heißt) hat seit Langem Hunderte bezahlte Söldner, vor allem aus Südamerika, im Jemen.

7. „Der Sieg ist nahe” – Präsident Hadi ist zurück im Jemen. Nach Jahren im saudi-arabischen Exil, mit keinerlei Einfluss auf das Geschehen im Jemen, landeten der illegitime Präsident Hadi, sein Premierminister bin Daghr, sowie weitere Minister und hochrangige Beamte heute Morgen in der südlichen Hafenstadt Aden. Unter massiver Präsenz von Sicherheitskräften bedankte sich Hadi überschwänglich bei den „aufrichtigen und rechtschaffenden Brüdern der Saudi-Koalition“ und erklärte: „Der Sieg ist nahe, näher sogar, als viele sich vorstellen können.“ (Xinhua, Gulf News)

Kontext: Hadis Lob der Saudi-Koalition ist eine Farce: Hadi selbst war entschieden gegen die Offensive auf Hodeida, die Koalition erzwang seine Zustimmung, siehe Ticker-Eintrag von gestern.

6. Houthis attackieren bezahlte Söldner der Koalition. Wie schon am Donnerstag feuerten Houthi-Rebellen auch am Freitag eine ballistische Rakete auf eine „große Ansammlung“ von  Saudi-Arabien bezahlter Söldner und richteten „schweren Schaden“ an, die Fahrzeuge der Söldner wurden zerstört, berichtet das jemenitische Verteidigungsministerium.  (Saba News Agency, Saba News Agency)

Kontext: Es ist lange bekannt, dass im Jemen-Krieg Hunderte bestens ausgebildeter Söldner an Seite der Koalition kämpfen. Die Emirate importierten diese hauptsächlich aus Südamerika über ein Programm, das von Erik Prince ins Leben gerufen wurde, dem Kopf der verrufenen US-Söldnerfirma Blackwater (die nach mehreren Namensänderungen heute Academi heißt). (New York Times)

Update: Dieses Bild zeigt mutmaßlich die Rakete vom Typ Toshka, die die Houthis auf Söldner in Hodeida abfeuerten. (Central Media)

5. Koalitionstruppen stehen nur „Meter“ vor Hodeida Flughafen. Nach heftigen Kämpfen mit Houthi-Rebellen in der Nacht stehen Koalitions-Kämpfer aktuell im Al-Manzar-Viertel, nur „Meter“ vom Flughafen entfernt, wie jemenitische Militärs erklären. Houthi-Stellungen werden bombardiert. Viele Bewohner flohen bereits ins Stadtzentrum von Hodeida. (Sky News Arab, The National, Reuters)

4. 128 Houthis in Schlacht um Hodeida getötet, nennen „Jemenitische Militär-Quellen“ gegenüber Sky News Arab die Gesamtzahl bisher getöteter Houthi-Rebellen. Ein hochrangiger Houthi-Kommandeur ist unter den Toten, Brigade-General Ibrahim Mohammed al-Moutawkel. (Sky News Arab)

3. Koalition bombardiert Hauptstraße nach Sana’a, um Truppenbewegung und andere Verstärkung aus der von den Houthis gehaltenen Hauptstadt Richtung Hodeida zu blockieren. Damit ist jedoch auch die Lieferung von Hilfsgütern in Richtung Sana’a massiv erschwert. (The Jerusalem Post, Independent.ie, The National)

2. Saudi-Koalition schickt Tausende Kämpfer als Verstärkung nach Hodeida. (Sky News Arabia)

1. Sieben Zivilisten getötet. Am Donnerstag wurden in mindestens 17 Luftschlägen und durch Artilleriebeschuss der Koalition* auf zivile Ziele in verschiedenen Provinzen vier Zivilisten getötet. (Saba News Agency, IRNA)

 



14. Juni

9. Jemens Exil-Präsident Hadi wurde gezwungen, Hodeida-Angriff zuzustimmen.

Eine „wohl informierte jemenitische Quelle“ berichtet gegenüber Middle East Eye (MEE): Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollten den Angriff auf Hodeida „zunächst ohne Hadis Support durchführen“. Doch dann „schwand die internationale Unterstützung“ für die Operation. Bei einem Treffen Hadis mit dem VAE-Außenminister am Montag und einem weiteren mit dem Kronprinzen der VAE am Dienstag wurde Hadis Zustimmung schließlich erzwungen: „Die VAE fanden, dass sie Hadis Legitimität brauchten. Hadi hatte keine andere Wahl, als zu akzeptieren. Ihm waren die Hände gebunden.“ (Middle East Eye)

#4 des JusticeNow!-Jemen-Specials: „Das Achte Emirat Südjemen“

Kontext dazu: Die Saudi-Koalition ist tief in zwei Lager gespalten. Die Saudis wollen „nur“ ihre Grenzen vor den Houthis sichern und politischen Einfluss in Sana’a zurückgewinnen (siehe #2 des JusticeNow!-Jemen-Specials), Jemens illegitimer Exil-Präsident Hadi ist in diesem Lager. Den Emiraten ist der Kampf gegen die Houthis im Prinzip gleichgültig, sie verfolgen ehrgeizig die Sezession des Südjemen, den sie in ihre ureigene Kolonie verwandeln wollen. Das Warum und alle weiteren Hintergründe dazu in #4 des Specials: „Das Achte Emirat Südjemen“ (welches nebenbei bemerkt auf Englisch und Französisch auch im hier zitierten Middle East Eye erschien).

8. US-Regierung leugnet Unterstützung der Koalition. Das US-Verteidigungsministerium erklärt, es „unterstützt nicht direkt die Operation der Koalition im Hafen von Hodeida“. (Al Jazeera Breaking, Twitter) Siehe dazu: USA vertiefen ihre Rolle in der Schlacht um Hodeida. (Wall Street Journal)

7. Koalitionstruppen erobern Al-Durayhami-Distrikt. Nach eigenen Angaben haben die Koalitionstruppen die volle Kontrolle über den Al-Durayhami-Distrikt südöstlich von Hodeida erlangt. (Markito 0171, Twitter; Asharq Al-Awsat)

Damit ergibt sich folgender Frontverlauf:

Frontverlauf in Hdoeida, Jeme, Nachmittag 14. Juni 2018. By Jakob Reimann, JusticeNow!, licensed under CC BY-ND 4.0.

 

6. Houthis feuern Rakete auf Saudi-Arabien. Die saudi-arabische Luftwaffe konnte am Nachmittag eine ballistische Rakete abfangen. Ziel war die Stadt Chamis Muschait knapp 150 km von der saudisch-jemenitschen Grenze entfernt. Bereits am Mittwoch, 13. Juni, konnten die Saudis eine ballistische Rakete abfangen. (Arab News)

5. 32 Houthi-Kämpfer getötet, bei Kämpfen im Stadtzentrum von Hodeida, laut Korrespondent vor Ort. Auch wurden neun Soldaten der Koalition getötet. (SkyNews Arabia, Twitter; The New Arab)

4. Frontlinie und Ereignisse um die Mittagszeit:

Frontlinien und Ereignisse in Hodeida, Jemen zur Mittagszeit am 14. Juni 2018. By Jakob Reimann, JusticeNow!, licensed under CC BY-ND 4.0.

 

3. Kämpfe in Al Durayhami. Gegen 9 Uhr griffen Koalitionstruppen* Houthi-Kämpfer in Al Durayhami an, südöstlicher Randbezirk von Hodeida. (SkyNews Arabia, Twitter)

2. Kämpfe in Al Nikheila. Gegen 8 Uhr griffen Koalitionstruppen* Houthi-Kämpfer in Al Nikheila an, südöstlicher Hodeida, und rücken weiter Richtung Flughafen vor. (Business InsiderSkyNews Arabia, Twitter)

1. Bodenoffensive auf Hodeida noch nicht gestartet [a]. Auch die Offensive auf den Hodeida Flughafen begann noch nicht [b], so der Analyst Baraa Shiban vom Sanaa Centre unter Berufung auf seine örtlichen Kontakte. (Baraa Shiban, Twitter; a, b)



13. Juni: Die Schlacht um Hodeida beginnt

12. Vier Soldaten der Emirate getötet. Vier Navy-Soldaten der Vereinigten Arabischen Emirate verschiedener Ränge wurden getötet. (Yemen Observer, Twitter)

11. VIDEO: Verstärkung Koalitionstruppen*. „Ein Konvoi aus Militärfahrzeugen ist zur Unterstützung der jemenitischen Kräfte auf dem Weg zur Schlacht von Hodeida.“ (AFP, Twitter)

10. Landesweite Verstärkung der Houthi-Truppen. „Die Houthis haben Kämpfer und Fahrzeuge aus verschiedenen Teilen des Jemen entesendet, um ihre Stellungen [in Hodeida] zu verstärken, und sind bereit, sich allen Vorstößen der Koalitionsstreitkräfte entgegenzustellen“, erklärt Pro-Houthi-Politologe Mohammed al-Dailami gegenüber Middle East Eye. (Middle East Eye)


9. Koalitionstruppen 5 Kilometer vom Flughafen entfernt. Im Laufe des Tages näherten sich die Truppen und Konvois der Koalition auf 5 Kilometer dem Hodeida Airport. (Mr. Revinsky, Twitter; Al Arabiya, Twitter)

8. Vier getötete Zivilisten auf der Kamaran-Insel im Roten Meer vor Hodeida, zwei weitere verletzt, durch Luftschläge der Koalition*. (Saba News Agency)

7. Heftige Zusammenstöße südlich des Hodeida-Flughafens, intensive Luftangriffe in der gesamten Provinz. (PressTV)

6. USA vertiefen ihre Rolle in der Schlacht um Hodeida, Washginton intensiviert Bereitstellung von Geheimdienstinformation zur Erstellung einer Target-Liste für die Luftschläge der Koalition*, um Angriffe auf Krankenhäuser, Moscheen, UN-Gebäude zu vermeiden (Wall Street Journal) ABER: In der Vergangenheit nutzte die Saudi-Koalition* derartige mit GPS-Daten offensichtlich, um exakt diese „Off-list targets“ anzugreifen. Etwa 130 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen allein in den ersten neun Monaten des Krieges, sowie Brücken und andere sensibe Infrastruktur.

5. Saudi-Botschafter in Washington: Houthis greifen saudische, emiratische und US-Schiffe an. (Twitter)

Übersetzung: „Die Houthi-Milizen haben Handels- und Militärschiffe angegriffen, darunter Schiffe des Königreichs [Saudi-Arabien], der Vereinigten Arabischen Emirate und der USA, wobei sie fortschrittliche Anti-Schifffahrtssysteme benutzten, die in den Jemen geschmuggelt wurden, wie unbemannte Schiffe.“

4. Erklärung der jemenitischen Regierung: „Alle friedlichen und politischen Maßnahmen, um die Houthi-Milizen vom Hodeida Port zu entfernen, wurden ausgeschöpft.“ (AFP, beziehend auf Saba News Agency)

3. Schiff der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) steht in Flammen, Beschuss durch zwei Raketen, Saudi-Helikopter eilt zur Rettung der Mannschaft heran, zweites Schiff flieht: Houthi-Sprecher Abdulsalam Jaber, und jemenitisches Verteidigungsministerium. Ein Houthi-TV-Sender erklärt, „das ins Visier genommene Schiff hatte Truppen an Bord, die sich auf die Landung an der Küste von Hodeida vorbereiteten.“ (Tasnim News Agency, Saba News Agency, The New Arab, Al Masirah News)

Dieses Foto von „SAM“ zeigt mutmaßlich das brennende Schiff im „Arabischen Meer“. (Hodeida liegt am Roten Meer, nicht am Arabischen Meer)

2. Statement von Jemens Exil-Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi zur Rechtfertigung der Offensive: „Die Befreiung des Hafens von Hodeida ist ein Wendepunkt in unserem Kampf, den Jemen von Milizen zurückzuerobern, die ihn gekapert haben, um einer ausländischen Agenda zu dienen.“ (Haaretz, sich beziehend auf „staatliche jemenitische Medien“ (Gemeint ist die iranische Agenda, dem Vorwurf folgend, die Houthis wären eine iranische Marionette, siehe dazu den JusticeNow!-Artikel: Die Houthi-Iran-Connection)

1. Operation “Golden Victory” beginnt: saudische Staatsmedien verkünden den offiziellen Beginn der „Schlacht zur Befreiung des wichtigsten Hafen Jemens in Hodeida“, „heftige Explosionen“ in Hodeidas Außenbezirken, Koalition* erlangt Kontrolle über Nekhailah-Vort in Süd-Hodeida  (Al Arabiya)

 

Kontrolle über Territorien im Jemen vor Beginn der Offensive auf Hodeida am 13. Juni 2018:

Kontrolle über Territorien im Jemen vor Beginn der Offensive auf Hodeida am 13. Juni 2018. By Jakob Reimann, JusticeNow!, licensed under CC BY-ND 4.0.

 





Alle Hintergründe und Umstände der aktuellen Hodeida-Offensive in der Analyse von JusticeNow!-Autor Jakob Reimann auf den NachDenkSeiten:  


Timeline des Jemen-Kriegs

Zeitleiste des Jemen-Kriegs. By Jakob Reimann, JusticeNow!, licensed under CC BY-ND 4.0.


Folgen des Krieges:

  • 10.000+ Tote, davon 8.000+ Zivilisten, 45.000+ Verletzte
  • größte je dokumentierte Cholera-Epidemie: 1,1 Millionen Infizierte
  • historische Hungerkatastrophe: 8,4 Millionen am Rande des Hungertods, 18 Millionen leiden an Nahrungsmittelunsicherheit (60 Prozent der Bevölkerung)
  • 2 Millionen Binnenflüchtlinge, zu Peakzeiten des Krieges 3 Millionen
  • 22 Millionen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen (73 Prozent der Bevölkerung)
  • Alle zehn Minuten stirbt ein Kind an Hunger oder problemlos vermeidbaren Krankheiten.

Hier findet Ihr das ausführliche sechsteilige Jemen-Special auf JusticeNow!:


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