Im März 2018 jährte sich der Beginn des Jemen-Kriegs zum dritten Mal, was Jakob Reimann zum Anlass nahm, um sich auf JusticeNow! intensiv mit diesem vergessenen Krieg auseinanderzusetzen. Das Ergebnis ist ein sechsteiliges Special. Teil 1 befasst sich mit der ungeheuren kriegsbedingten humanitären Katastrophe. Teile 2-4 behandeln die Rollen der vier wichtigsten regionalen Akteure dieses Kriegs: Saudi-Arabien und die Houthi-Rebellen, der Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate. Teil 5 schaut sich die Rolle der Al-Qaida im Jemen an, die als gefährlichste Filiale des globalen Terror-Franchise gilt. Teil 6 wirft abschließend einen Blick auf die brutale Doppelrolle der USA im ärmsten Lander Arabischen Welt.

Unter dem 6-Teiler findet Ihr fortlaufend aktualisiert Jakobs weitere Berichterstattung zum Jemen.

Zur Übersicht zunächst noch eine Timeline, dann geht’s zu den Artikeln:

Zeitleiste des Jemen-Kriegs. By Jakob Reimann, JusticeNow!, licensed under CC BY-ND 4.0.

HINWEIS:

(Mit Klick auf die Titelbilder kommst Du im neuen Tab zu den Artikeln.)

 


Teil 1: Zwischen Cholera und Hungersnot

Der humanitäre Alptraum des Jemen-Kriegs

Seit März 2015 wird der Jemen von einem brutalen Krieg beherrscht, in dem eine von Saudi-Arabien geführte Koalition einen erbarmungslosen Bombenkrieg gegen die Houthi-Rebellen führt. Weit über 10.000 Menschen wurden getötet, über 3 Millionen sind auf der Flucht. Der Krieg wird dominiert von brutalsten Kriegsverbrechen der Saudi-Koalition. Die größte Cholera-Epidemie der Geschichte und die größte Hungersnot seit Jahrzehnten sind die Folge.

 


Teil 2: Die Houthis und das Haus Saud

Die Wurzeln des Jemen-Kriegs

Saudi-Arabien beteuert, die Houthi-Rebellen wären eine Marionette Teherans und rechtfertigt damit den erbarmungslosen Krieg im Jemen, da dieser die Expansion des Iran auf die Arabische Halbinsel verhindern würde. Die tatsächlichen Gründe sind jedoch wesentlich banaler: Riad will die Grenzen seiner 1934 annektierten Provinzen schützen und seinen jahrzehntelangen Einfluss auf die jemenitische Regierung wiederherstellen.

 


Teil 3: Die Houthi-Iran-Connection

Der clevere Propagandakrieg der Saudis

Es gibt gewisse Verbindungen zwischen dem Iran und den Houthi-Rebellen im Jemen. Diese werden von Saudi-Arabien – und der Trump-Regierung – jedoch massiv übertrieben dargestellt. Ein regionaler Krieg wird so in den globalen Kampf gegen den „Schurkenstaat“ Iran umgemünzt.

 

 

 


Teil 4: Das Achte Emirat Südjemen

Brechen die Vereinigten Arabischen Emirate den Jemen in zwei Teile?

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen zur globalen Energiesupermacht aufsteigen. Dafür nutzen sie den brutalen Krieg im Jemen, machen sich militärisch im Süden des Landes breit und unterstützen die dortigen Separatisten mit dem Ziel der Errichtung eines Vasallenstaats am strategisch so wichtigen Golf von Aden: des „Achten Emirats Südjemen“.

 

 


Teil 5: Der Westen als treuer Verbündeter der Al-Qaida

Das „War on Terror“-Narrativ bricht vollständig in sich zusammen.

Der Westen unterstützt massiv die erbarmungslose Bombardierung des Jemens durch eine von Saudi-Arabien geführte Koalition, die auf unterschiedlichen Ebenen engste Verbindungen zur Al-Qaida im Jemen hat. Enge Vertraute des Exil-Präsidenten Hadi sind hochrangige Al-Qaida-Funktionäre.

 

 

 


Teil 6: Die Blutspur der USA

Die Gewalt des US Empire im ärmsten Land der Arabischen Welt

Als Beschwichtigung eines wegen des Iran-Nukleardeals aufgebrachten Hauses Saud unterstützen die USA auf sämtlichen Ebenen den erbarmungslosen Bombenkrieg gegen den Jemen – die jemenitische Bevölkerung als Bauernopfer auf Obamas Schachbrett. Trump eskaliert nun diese Politik der verbrannten Erde. Doch auch unabhängig vom Krieg der Saudis zieht sich eine jahrzehntelange Blutspur aus Massakern und Drohnenmorden der USA durch den Jemen.




 

Nach diesem Special erschien von Jakob noch weitere Berichterstattung zum Jemen, die aktuelle Ereignisse aufgreift, analysiert und einordnet.

Zum Angriff der Saudi-Emirate-Koalition auf die wichtigste Hafenstadt des Jemen, Hodeida, der im Juni 2018 begann, für die NachDenkSeitenDie Schlacht um Hodeida – Die letzte Lebensader des Jemen

Daraufhin erschien für ein Monat ein Ticker zur Schlacht:

LIVE-TICKER: Die Schlacht um Hodeida

 


Saudi-Emirate-Koalition tötet 29 Kinder durch Luftangriff auf Schulbus im Jemen

Kriegsverbrechen mit Hilfe des Westens

Am Donnerstag bombardierte die Saudi-Emirate-Koalition in der Stadt Dahyan in der Sa’da-Provinz im Norden des Jemen einen Schulbus voller Kinder. 50 Menschen starben, 29 Kinder darunter, 77 weitere wurden verletzt. (10. August 2018)

 

 

 

 

 


Deutschland liefert, Saudi-Arabien tötet

Die „westliche Wertegemeinschaft“ ist eine Lebenslüge

Gestern wurden im Jemen bei einem Angriff der Saudi-Emirate-Koalition auf eine Fabrik mindestens 16 Zivilisten getötet. Ein Rüstungsexportbericht der Bundesregierung ergab, dass in den ersten drei Quartalen 2018 Rüstungslieferungen in Höhe von 416 Millionen Euro an Saudi-Arabien genehmigt wurden, in ganz 2017 waren es 254 Millionen. Deutschland macht sich zum Komplizen am Genozid im Jemen. (25. Oktober 2018)

 

 


Hunger als Kriegswaffe – 85.000 Kinder im Jemen ermordet

Die unsichtbaren Toten des Saudi-Kriegs

Laut einer Untersuchung der NGO Save the Children sind im Jemen seit Kriegsbeginn 2015 bis  zu 85.000 Kinder unter fünf Jahren an Hunger gestorben. Die Bundesregierung trägt eine Schuld an diesen Toten, da sie Schiffe an Saudi-Arabien verkauft, die für die Implementierung der Seeblockade genutzt werden – einer der Hauptgründe der historischen Hungersnot im Jemen. (27. November 2018)

 

 


Das Tor der Tränen

Öl als Kriegswaffe, Hungersnot als Faustpfand – Der Jemen und die Geopolitik des Elends

Die Armeen der Weltmächte treffen sich am Bab al-Mandab – dem „Tor der Tränen“, das geostrategisch zentral zwischen Ostafrika und der Arabischen Halbinsel liegt. Während im Jemen-Krieg die militärische Macht der Houthi-Rebellen vor allem darin liegt, den Ölhandel der Saudis und ihrer Verbündeten vital gefährden zu können, spielen die Saudis seit Jahren das wohl schäbigste Faustpfand überhaupt strategisch aus: die historische Hungerkatastrophe, die im Jemen wütet. (10. Dezember 2018)

 


Untrennbar mit dem Krieg im Jemen verknüpft, ist die Person des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, MbS, den Architekten des Krieges. Ein zweiteiliges MbS-Special:

Der Aufstieg des Prinzen

Palastrevolution in drei Akten

Durch seine Palastrevolution in drei Akten wurde Mohammed bin Salman zur seit Jahrzehnten mächtigsten Person in Saudi-Arabien. Seine Außenpolitik ist bestimmt von einer pathologischen Iran-Obsession, die – genau wie der post-9/11 Dilettantismus des Westens in der Region – den Iran jedes Mal stärker macht, anstatt ihn zu schwächen. (3. Januar 2019)

 

 


Der Untergang des Prinzen

Ein folgenschwerer Mordanschlag

Der saudische Kronprinz MbS konnte mit einigen sozialen Reformen das Leben im Königreich deutlich verbessern – insbesondere das der saudischen Frauen –, während seine ambitionierte Vision 2030 das Land auch ökonomisch modernisieren soll. Diese hochgradig an seine Person gebundene Top-Down-Revolution steht und fällt mit dem Image des Prinzen, welches durch den brutalen Mord am Journalisten Jamal Khashoggi zerstört wurde und ultimativ wohl den Untergang des MbS eingeläutet hat. (6. Januar 2019)

 

 


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  • […] Jemen – Der vergessene Krieg Im März jährte sich der Beginn des Jemen-Kriegs zum dritten Mal. JusticeNow! nahm dies zum Anlass, um sich intensiv mit diesem vergessenen Krieg auseinanderzusetzen. Das Ergebnis ist dieses sechsteilige Special. Teil 1 befasst sich mit der ungeheuren kriegsbedingten humanitären Katastrophe. Teile 2-4 behandeln die Rollen der vier wichtigsten regionalen Akteure dieses Kriegs: Saudi-Arabien und die Houthi-Rebellen, der Iran und die Vereinigten Arabsichen Emirate. Teil 5 schaut sich die Rolle der Al-Qaida im Jemen an, die die gefährlichste Filiale des globalen Terror-Franchise darstellt. Teil 6 wirft abschließend einen Blick auf die brutale Doppelrolle der USA im schon vor dem Krieg ärmsten Lander Arabischen Welt. Quelle: Justice Now […]

  • […] Jemen – Der vergessene Krieg Im März jährte sich der Beginn des Jemen-Kriegs zum dritten Mal. JusticeNow! nahm dies zum Anlass, um sich intensiv mit diesem vergessenen Krieg auseinanderzusetzen. Das Ergebnis ist dieses sechsteilige Special. Teil 1 befasst sich mit der ungeheuren kriegsbedingten humanitären Katastrophe. Teile 2-4 behandeln die Rollen der vier wichtigsten regionalen Akteure dieses Kriegs: Saudi-Arabien und die Houthi-Rebellen, der Iran und die Vereinigten Arabsichen Emirate. Teil 5 schaut sich die Rolle der Al-Qaida im Jemen an, die die gefährlichste Filiale des globalen Terror-Franchise darstellt. Teil 6 wirft abschließend einen Blick auf die brutale Doppelrolle der USA im schon vor dem Krieg ärmsten Lander Arabischen Welt. Quelle: Justice Now […]

  • […] die Hintergründe und Zusammenhänge des Jemen-Kriegs empfiehlt acTVism das sechsteilige Jemen-Special auf JusticeNow! oder zu aktuellen Hintergründen zur Schlacht um Hodeida den Artikel von Jakob […]

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